<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Über Rechts]]></title><description><![CDATA[Wir beobachten die Rechten, damit ihr es nicht müsst.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mEqs!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8364cf34-6b02-45d4-a5fc-39e0594aa1fc_1000x1000.png</url><title>Über Rechts</title><link>https://www.ueberrechts.de</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Thu, 20 Aug 2026 08:55:39 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.ueberrechts.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Nils Schniederjann & Sebastian Friedrich]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Nils Schniederjann]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Nils Schniederjann]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Nils Schniederjann]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Warum Ulrich Siegmund größer gemacht wird, als er ist]]></title><description><![CDATA[F&#252;r die einen ist Ulrich Siegmund ein charismatischer Hoffnungstr&#228;ger, f&#252;r die anderen ein gef&#228;hrlicherer B&#246;sewicht. Gegner wie Fans &#252;bersch&#228;tzen seine Bedeutung.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/siegmund-afd-spiegel-sachsen-anhalt</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/siegmund-afd-spiegel-sachsen-anhalt</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 16 Aug 2026 10:19:30 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/99b572a0-7c5e-493a-ba9d-c353ecaba9e7_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>Die Titelseite des SPIEGEL macht das, wof&#252;r sie da ist: Sie regt auf. Zu sehen ist der AfD-Spitzenkandidat f&#252;r Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Darunter ist zu lesen: &#8222;Der gef&#228;hrlichste Mann Deutschlands&#8220;. Extremer geht es kaum: bestimmter Artikel, Superlativ, herausgel&#246;st aus der politischen Funktion, dazu eine &#196;sthetik, die an einen Fahndungsaufruf erinnert.</span></p><p><span>V&#246;llig aus der Luft gegriffen ist die Warnung nicht. Denn der SPIEGEL blickt in seinem durchaus informativen Text zur Titelseite hinter die Fassade des </span><a href="https://www.ueberrechts.de/p/ulrich-siegmund-zohran-mamdani-gute-laune-populismus"><span>Gute-Laune-Populisten</span></a><span> und st&#246;&#223;t in Siegmunds direktem Umfeld auf Menschen mit langer Karriere tief in der v&#246;lkischen und neonazistischen Szene. Hinzu kommt ein m&#246;gliches Novum in der Geschichte der Bundesrepublik: Siegmund k&#246;nnte in Sachsen-Anhalt tats&#228;chlich Ministerpr&#228;sident werden, sofern mehrere kleinere Parteien den Einzug in den Landtag verpassen. Er w&#228;re der j&#252;ngste Ministerpr&#228;sident aller Zeiten, vor allem aber der erste einer offen rechtsradikalen Partei.</span></p><h3><span>Die AfD bedankt sich f&#252;r die &#8222;tolle Werbeaktion&#8220;</span></h3><p><span>Man kann diesen Titel also als Warnung lesen, als Versuch, noch einmal kr&#228;ftig aufzur&#252;tteln. Doch gerade von jenen, die selbst seit Jahren vor einer AfD an der Macht warnen, kommt Kritik. Linken-Politiker Dietmar Bartsch findet das Cover skandal&#246;s. Es sei &#8222;Wahlkampfhilfe f&#252;r die AfD&#8220;, </span><a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a7f0a47f14aa44f2fd5dffe/ulrich-siegmund-auf-spiegel-cover-linken-politiker-bartsch-kritisiert-nachrichtenmagazin-scharf.html"><span>sagte er gegen&#252;ber WELT</span></a><span>. Die AfD nimmt diese Lesart dankbar auf und </span><a href="https://x.com/AfD/status/2088187390598734193?s=20"><span>bedankt sich</span></a><span> &#8222;f&#252;r diese tolle Werbeaktion&#8220; und zeigt ein Foto von Siegmund, wie er Exemplare des Spiegel-Covers signiert. Siegmund </span><a href="https://x.com/UlrichSiegmund/status/2088358593976250648"><span>witzelt auf X</span></a><span>: &#8222;Wenn wir am 06.09.26 46% holen, verrate ich euch, was wir f&#252;r die Nummer im SPIEGEL bezahlt haben.&#8221;</span></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p><span>Drei Wochen vor der Wahl zeigt die Debatte um das SPIEGEL-Cover, wie angespannt die politische Lage ist. Die einen haben Angst vor Siegmund, die anderen sehen in ihm einen Heilsbringer. So gegens&#228;tzlich diese Reaktionen sind, teilen sie doch eine Grundannahme: Ulrich Siegmund ist eine au&#223;ergew&#246;hnliche politische Figur, die ma&#223;geblich f&#252;r die aktuelle St&#228;rke der AfD ist.</span></p><p><span>Dabei ist unbestritten, dass Siegmund einen Stil verk&#246;rpert, den man bei der AfD bislang eher selten gesehen hat: ein dauergrinsender Macher, einer, der Menschen begeistern kann, der sich ihre Namen merkt und, wie es im SPIEGEL-Text treffend beschrieben wird, einem jedes Auto andrehen k&#246;nnte. Wer ihn live erlebt, sieht nicht nur Selfie-Warteschlangen, wie es sie derzeit bei kaum einem anderen Politiker in Deutschland gibt. Man merkt auch sofort, dass hier jemand einen anderen, auf den ersten Blick massenkompatibleren Sound anschl&#228;gt als viele seiner Parteifreunde.</span></p><p><span>Und es ist wohl auch auf Siegmunds Beliebtheit zur&#252;ckzuf&#252;hren, dass seine Partei und er selbst die Verwandtenaff&#228;re, die in seinem eigenen Landesverband ihren Anfang nahm, zu Beginn des Jahres spurlos &#252;berstanden haben. Ein weniger charismatischer Politiker mit geringerer Reichweite in den sozialen Medien und einem geringeren R&#252;ckhalt im Landesverband h&#228;tte das vielleicht nicht so spurlos &#252;berstanden.</span></p><h3><span>Keine Belege f&#252;r einen &#252;berragenden Siegmund-Faktor</span></h3><p><span>Siegmund ist ein politisches Talent, aber kein &#252;berm&#228;chtiges. Viele Fans wie Gegner &#252;bersch&#228;tzen in diesen Tagen den Anteil Siegmunds an der aktuellen St&#228;rke der AfD in Sachsen-Anhalt. Die AfD steht in den Sonntagsfragen zur Landtagswahl derzeit je nach Umfrageinstitut bei 41 bis 43 Prozent. Das ist selbstredend viel. Aber wie viel davon l&#228;sst sich tats&#228;chlich Ulrich Siegmund zuschreiben?</span></p><p><span>Ein Vergleich mit der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt l&#228;sst zumindest Zweifel am Siegmund-Faktor aufkommen. Bei der Bundestagswahl Anfang 2025 holte die AfD im Land bereits 37,1 Prozent. Sollte sie bei der Landtagswahl tats&#228;chlich auf dem Niveau der aktuellen Umfragen landen, w&#252;rde sie gegen&#252;ber der Bundestagswahl also ungef&#228;hr f&#252;nf Prozentpunkte zulegen. Das klingt zun&#228;chst nach viel, relativiert sich aber, wenn man den allgemeinen Aufw&#228;rtstrend der Partei ber&#252;cksichtigt. </span></p><p><span>Bundestagswahlergebnisse und Landtagswahlumfragen sind nicht deckungsgleich, einen Hinweis liefern die Vergleiche dennoch: Bundesweit kommt die AfD in Umfragen aktuell auf etwa 28 Prozent und damit deutlich mehr als die 20,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025. Anders gesagt: F&#252;r die Bundes-AfD geht es seit der Bundestagswahl sogar noch steiler nach oben als f&#252;r AfD Sachsen-Anhalt mit ihrem Spitzenkandidaten Siegmund. </span>Die verf&#252;gbaren Zahlen liefern also keine Belege daf&#252;r, dass Siegmund den entscheidenden Unterschied macht.</p><h3><span>Die St&#228;rke der AfD in Sachsen-Anhalt ist kein Sonderfall</span></h3><p><span>Neben dem Vergleich zum Bundestrend gibt es noch ein weiteres Indiz, das gegen einen herausragenden Siegmund-Faktor spricht. Die AfD Sachsen-Anhalt ist auch im Vergleich mit anderen ostdeutschen Landesverb&#228;nden kein Sonderfall. In Th&#252;ringen liegt die AfD aktuell bei 40 Prozent. In Sachsen landete die AfD bei der letzten Umfrage bei jenen 42 Prozent, bei denen die AfD auch gerade in Sachsen-Anhalt steht. Die AfD schafft es auch ohne einen supercharismatischen Gute-Laune-Populisten, in Umfragen &#252;ber die 40-Prozent-Marke zu kommen. Daf&#252;r braucht es also keinen Siegmund.</span></p><p><span>Auch bei seinen Pers&#246;nlichkeitswerten ist Siegmund zwar stark, aber keineswegs &#252;berragend. Bei einer Direktwahl des Ministerpr&#228;sidenten l&#228;ge er laut INSA nur knapp vor CDU-Kandidat und Ministerpr&#228;sident Sven Schulze. Im </span><a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/news-ergebnisse-landtagswahl-afd-cdu-wahlumfrage-schulze-siegmund-,wahl-umfrage-100.html"><span>Sachsen-AnhaltTREND von Ende Juli</span></a><span> zeigten sich 35 Prozent der Befragten mit Siegmunds Arbeit zufrieden, Schulze kam auf 29 Prozent.</span></p><p><span>Auch diese Zahlen lassen sich anders lesen als in der Erz&#228;hlung vom unschlagbaren AfD-Posterboy: Siegmunds pers&#246;nliche Zustimmung liegt deutlich unter den Umfragewerten seiner Partei. Bei Schulze ist es umgekehrt. Seine pers&#246;nlichen Werte liegen &#252;ber denen der CDU.</span></p><p><span>Zusammengenommen sprechen diese Zahlen gegen die Vorstellung, Siegmund sei der entscheidende Grund f&#252;r die St&#228;rke der AfD in Sachsen-Anhalt. Es ist eher umgekehrt: Siegmunds St&#228;rke speist sich zu einem erheblichen Teil aus der allgemeinen St&#228;rke seiner Partei &#8211; und besonders ihrer St&#228;rke in Ostdeutschland.</span></p><p><span>Ein geringerer Zuwachs als im Bund, Umfragewerte auf einem &#228;hnlichen Niveau wie in Th&#252;ringen und Sachsen, bei den Pers&#246;nlichkeitswerten zwar vorne, aber mit deutlich geringerem Abstand zum Konkurrenzkandidaten als zwischen AfD und CDU: Warum funktioniert die Erz&#228;hlung vom gef&#228;hrlichen, beinahe &#252;berm&#228;chtigen B&#246;sewicht Siegmund dennoch so gut?</span></p><h3><span>Personalisierung im liberalen Journalismus</span></h3><p><span>Ein Grund liegt in einer alten Logik des politischen Journalismus. Journalistinnen und Journalisten erkl&#228;ren grundlegende politische und gesellschaftliche Entwicklungen gerne &#252;ber Personen. Personalisierung geh&#246;rt zu den verbreiteten Mustern des politischen Journalismus in der b&#252;rgerlichen &#214;ffentlichkeit. F&#252;r den SPIEGEL gilt das in besonderer Weise. Gerade deshalb wirkt die aktuelle Aufregung &#252;ber das Cover ein wenig merkw&#252;rdig.</span></p><p><span>Seit seiner Gr&#252;ndung orientiert sich der SPIEGEL am US-amerikanischen </span><em><span>TIME Magazine</span></em><span>. Die von diesem etablierte typische Magazinlogik lautet: Politik muss in eine Story verpackt werden und eine gute Story braucht einen guten Protagonisten, einen Helden oder einen B&#246;sewicht. Dass der SPIEGEL genau das macht, kann man kritisieren, nur sollte es nicht &#252;berraschen.</span></p><p><span>Schon 1957</span> kritisierte etwa Hans Magnus Enzensberger diese Logik <span>in seinem ber&#252;hmten Radio-Essay </span><em><a href="https://www.spiegel.de/kultur/die-sprache-des-spiegel-a-2013630a-0002-0001-0000-000032092775"><span>Die Sprache des Spiegel</span></a></em><span>: &#8222;Das Gesetz der Story verlangt, da&#223; Geschichte zum biografischen Detail werde&#8220;, schreibt er darin. Beim SPIEGEL gebe es, &#228;hnlich wie beim TIME Magazine, die Vorstellung, Nachrichten entst&#252;nden vor allem durch Individuen und gerade nicht aus gesellschaftlichen Entwicklungen, Klassenauseinandersetzungen oder Interessengegens&#228;tzen. &#8222;Damit ist der Held gerechtfertigt; die Geschichte besteht aus Geschichtchen&#8220;, so Enzensberger.</span></p><p><span>Personalisierung und Dramatisierung, die Verdichtung vielschichtiger Entwicklungen auf eine These und, im Idealfall, auf ein einziges Bild auf dem Cover. &#8222;Der gef&#228;hrlichste Mann Deutschlands&#8220; ist nach diesen Kriterien das perfekte Cover.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Regierungsangst der AfD]]></title><description><![CDATA[In den eigenen Reihen wachsen Zweifel, ob die AfD bereit f&#252;r die Regierungsverantwortung ist. Die St&#228;rke der AfD legt ein Problem frei, das in der Opposition lange verborgen blieb.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/regierungsangst-afd-sachsen-anhalt-torben-braga</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/regierungsangst-afd-sachsen-anhalt-torben-braga</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Mon, 10 Aug 2026 13:17:37 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c9cc934c-f556-45e9-ab70-b2c751b3eb58_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>Je n&#228;her die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt r&#252;ckt, desto m&#246;glicher erscheint das lange f&#252;r unm&#246;glich Gehaltene. Die AfD steht stabil bei etwas &#252;ber 40 Prozent. Normalerweise w&#252;rde das nicht f&#252;r eine eigene Mehrheit reichen. Doch mit SPD, Gr&#252;nen, BSW und FDP bewegen sich gleich vier Parteien in der N&#228;he der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde. Sollte keine von ihnen den Einzug in den Landtag schaffen, d&#252;rfte die AfD am Ende mehr Sitze erringen als die beiden &#252;brigen Fraktionen von CDU und Linke zusammen. Damit h&#228;tte sie eine absolute Mehrheit. Und </span><a href="https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm"><span>laut der aktuellen Umfrage von INSA</span></a><span> k&#246;nnte es sogar f&#252;r eine knappe Mehrheit der Sitze reichen, selbst wenn die SPD in den Landtag einzieht, </span>das BSW aber knapp nicht reinkommt<span>.</span></p><p><span>Eigentlich ist das eine blendende Perspektive f&#252;r die AfD, die 13 Jahre nach ihrer Gr&#252;ndung erstmals in einem Bundesland tats&#228;chlich ans Ruder kommen k&#246;nnte. Doch in diversen Hintergrundgespr&#228;chen konnte man in den vergangenen Monaten bei Akteuren aus ganz unterschiedlichen Netzwerken und weltanschaulichen Str&#246;mungen der Partei immer wieder Sorgen, teilweise sogar &#196;ngste wahrnehmen vor einer solchen Regierungs&#252;bernahme.</span></p><h3><span>&#8220;Nein, ganz eindeutig nein&#8221;</span></h3><p><span>Zum ersten Mal &#246;ffentlich waren diese Bef&#252;rchtungen k&#252;rzlich in Schnellroda, Sachsen-Anhalt zu h&#246;ren. Beim Sommerfest des Antaios-Verlags </span><a href="https://youtu.be/nk8pqNPjgeA?si=OW2ZRnVo8GXA1snB"><span>sprach unter anderem der AfD-Bundestagsabgeordnete Torben Braga</span></a><span>. Er wurde gefragt, ob die Partei &#252;ber das Personal verf&#252;ge, das n&#246;tig w&#228;re, um politische Leitungspositionen zu besetzen. Seine Antwort: &#8222;Nein, ganz eindeutig nein.&#8220;</span></p><p><span>Wolle man Regierungsverantwortung &#252;bernehmen, brauche es ein realistisches Bewusstsein dar&#252;ber, was eine Macht&#252;bernahme organisatorisch und personell bedeutet. In Th&#252;ringen, wo Braga seit fast zehn Jahren dem Landesvorstand der AfD angeh&#246;rt, habe man sich intensiv mit diesen Fragen besch&#228;ftigt. Dort sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Landespartei aus den Reihen ihrer Mitglieder und ihres unmittelbaren Unterst&#252;tzerumfelds derzeit nicht gen&#252;gend qualifiziertes Personal rekrutieren k&#246;nne, um s&#228;mtliche &#196;mter und Positionen einer Landesregierung zu besetzen. Gerade diesen Realismus h&#228;lt Braga f&#252;r einen entscheidenden Vorteil: Wer um die eigenen Grenzen wei&#223;, ist eher bereit und f&#228;hig, um Hilfe zu bitten, etwa bei benachbarten Landesverb&#228;nden oder beim Bundesverband.</span></p><h3><span>&#8220;Ich glaube nicht, dass die Partei so weit ist&#8221;</span></h3><p><span>Nach seinen Ausf&#252;hrungen &#252;ber Th&#252;ringen macht Braga eine kurze Pause und kommt auf andere Landesverb&#228;nde zu sprechen: &#8222;Wohingegen ich in anderen Bundesl&#228;ndern &#8211; ich erlaube es mir, jetzt auch ganz offen zu reden &#8211; eher nicht diese Zur&#252;ckhaltung gesp&#252;rt habe.&#8220; Von dort bekomme er h&#228;ufig die R&#252;ckmeldung: &#8222;Wir wuppen das schon.&#8220;</span></p><p><span>Braga weiter:</span></p><blockquote><p><span>&#8222;Und in Kenntnis dessen, wie die Landesverb&#228;nde teilweise aufgebaut sind, wer dort die ma&#223;geblichen Akteure sind, wie sich die Landtagsfraktionen zusammensetzen, aus denen sich ja auch eine Landesregierung m&#246;glicherweise im Wesentlichen speisen w&#252;rde, blicke ich mit gro&#223;er Sorge in die nahe Zukunft und glaube nicht, dass die Partei so weit ist, wenn ich ehrlich bin.&#8220;</span></p></blockquote><p><span>Worauf sich Braga hier bezieht, ist nicht schwer zu verstehen. In naher Zukunft stehen drei Landtagswahlen an: In Berlin hat die AfD keine realistische Aussicht auf eine Regierungs&#252;bernahme, in Mecklenburg-Vorpommern allenfalls minimale Chancen. Es liegt daher nahe, Bragas Warnung vor allem als eine in Richtung Sachsen-Anhalt zu deuten.</span></p><h3><span>Es fehlt der AfD an Kadern</span></h3><p><span>Bragas Ausf&#252;hrungen zeigen, wie ausgepr&#228;gt das Kaderproblem der AfD offenbar noch immer ist. Eine Partei, die nicht blo&#223; die Spitze einiger Ministerien austauschen, sondern Staat und Gesellschaft grundlegend ver&#228;ndern will, braucht mehr als drei Fachexperten, zwei Vordenker und einen charismatischen Spitzenkandidaten. Sie ben&#246;tigt Dutzende, wom&#246;glich Hunderte Leute, die daf&#252;r sorgen k&#246;nnen, dass der politische Wille auch auf den verschiedenen Ebenen des Staatsapparats durchgesetzt wird.</span></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p><span>Daf&#252;r m&#252;ssen bei den entsprechenden Kandidaten zwei Eigenschaften zusammenkommen: fachliche Kompetenz und politische Zuverl&#228;ssigkeit. Das eine oder das andere zu finden d&#252;rfte f&#252;r eine Partei von der Gr&#246;&#223;e der AfD kein un&#252;berwindbares Problem sein. Schwieriger wird es dort, wo beides zusammenfallen soll. Genau daf&#252;r braucht eine Partei eigene Kader. An denen mangelt es offenbar.</span></p><h3><span>Der Widerspruch zwischen Bewegungs- und Staatspartei</span></h3><p><span>Was Braga hier in Schnellroda beschreibt, ist mehr als ein blo&#223;es Personalproblem. Vielmehr verweisen seine Ausf&#252;hrungen auf den Widerspruch der AfD, der erst jetzt, da sie tats&#228;chlich an die T&#252;ren von Ministerien und Staatskanzleien klopft, in voller Sch&#228;rfe zutage kommt: den Widerspruch zwischen ihrem Anspruch, Bewegungspartei und Staatspartei sein zu wollen.</span></p><p><span>Gro&#223; geworden ist die AfD, weil sie das ohnehin immer schon vorhandene rechte Potenzial in der Gesellschaft b&#252;ndeln und zugleich um jene erweitern konnte, die aus unterschiedlichen Gr&#252;nden das Vertrauen in etablierte Institutionen verloren haben oder diese grunds&#228;tzlich ablehnen: die &#8222;Altparteien&#8220;, die Medien, die Verwaltung, Verb&#228;nde und andere Institutionen.</span></p><p><span>Doch auf viele dieser Institutionen und auf das in ihnen vorhandene Wissen w&#228;re die AfD angewiesen, sobald sie selbst staatliche Herrschaft aus&#252;ben wollte. Eine Regierung braucht erfahrene Ministerialbeamte, Juristen, Haushaltsexperten, Fachreferenten und Verwaltungspraktiker. Darunter w&#228;ren zwangsl&#228;ufig viele, die politisch ganz anders sozialisiert wurden.</span></p><p><span>Die AfD ist vielerorts mehrheitsf&#228;hig geworden und k&#246;nnte in einzelnen Fragen sogar bereits Elemente kultureller Hegemonie errungen haben. Von einer entsprechenden Verankerung auf staatlich-institutioneller Ebene ist sie jedoch noch immer weit entfernt. Parlamentarische St&#228;rke, gesellschaftliche Hegemonie und die F&#228;higkeit, einen Staatsapparat tats&#228;chlich zu f&#252;hren, sind alle drei wichtig, um ein Land von Grund auf zu ver&#228;ndern. Aber sie sind eben nicht dasselbe.</span></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">&#220;ber Rechts ist eine von Leser unterst&#252;tzte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die linke Geschichte des Postliberalismus]]></title><description><![CDATA[Der Postliberalismus gilt als Projekt der Rechten. Doch die Diagnose kommt urspr&#252;nglich aus der britischen Linken. Sie k&#246;nnte auch heute noch helfen, den Liberalismus besser zu verstehen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/die-linke-geschichte-des-postliberalismus</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/die-linke-geschichte-des-postliberalismus</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Fri, 07 Aug 2026 09:30:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4705077a-0292-4f37-8ad8-7a3e3dbe6638_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wer den US-amerikanischen Vizepr&#228;sidenten JD Vance nur aus den deutschen Medien kennt, d&#252;rfte &#252;berrascht sein, wenn er dessen neues Buch <em>Communion</em> liest. Von dem &#8222;Nationalismus, der Blut-und-Boden-Ankl&#228;nge hat&#8220; (<a href="https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/september/klassenkaempfer-jd-vance"><span>Bl&#228;tter</span></a>) findet man darin wenig. Man begegnet eher einem nachdenklichen Erz&#228;hler, den es umtreibt, dass seine Studienfreunde alle um die gleichen sinnlosen Consultingjobs konkurrieren, und der nicht versteht, warum seine konservativen Freunde das Recht auf Abtreibung zu ihrem Hauptthema machen, wenn sie sich anschlie&#223;end nicht f&#252;r die Bedingungen interessieren, unter denen diese geretteten Leben stattfinden werden. <em>Communion</em> ist, bei aller Kritik an seinen blinden Flecken, ein intellektuell ernsthaftes Buch. &#220;ber manche Fragen, etwa die brutale Migrationspolitik seiner eigenen Regierung, geht der Autor schneller hinweg, als es angemessen w&#228;re. Vor allem aber skizziert es, wie Vance die MAGA-Koalition nach dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit aufstellen will: als ein Projekt, das er selbst <a href="https://theconversation.com/j-d-vance-calls-himself-a-post-liberal-heres-what-that-means-for-us-government-264547">gelegentlich</a> als &#8222;Postliberalismus&#8220; bezeichnet.</p><p>Im deutschen Diskurs dient dieser Begriff meist als Warnung. Die US-amerikanische Rechte soll damit in die N&#228;he des Anti- und Illiberalismus eines Carl Schmitt oder Viktor Orb&#225;n ger&#252;ckt werden. Das ist, angesichts der autorit&#228;ren Politik der zweiten Trump-Regierung und dem positiven Bezug mancher Postliberaler auf die inzwischen abgew&#228;hlte Orb&#225;n-Regierung, nicht ganz falsch. Doch wer sich intensiver mit dem postliberalen Denken besch&#228;ftigt, merkt schnell, dass es heterodoxer ist, als es von au&#223;en scheint. Die postliberale Kritik ist kein simples &#8222;Recycling-Projekt anti-liberaler Traditionsbest&#228;nde&#8220;, wie es einmal <a href="https://www.philomag.de/artikel/anti-liberale-untote"><span>im Philosophie Magazin</span></a><span> hie&#223;</span>. Ihre Grunddiagnose ist sogar erstaunlich schwer zu widerlegen: Der Liberalismus untergr&#228;bt die Bedingungen seiner eigenen Existenz, und die Institutionen, die das bislang kompensiert haben, l&#246;sen sich in dem Ma&#223;e auf, in dem er sich entfaltet.</p><p>Vor allem aber ist es urspr&#252;nglich gar keine rechte Ideologie. Das postliberale Denken hat seinen Ursprung auf der britischen Linken, US-amerikanische Konservative haben es erst sp&#228;ter f&#252;r sich beansprucht. Um zu verstehen, wie aus der linken Kritik am real existierenden Liberalismus die intellektuelle Grundlage f&#252;r die Politik von JD Vance werden konnte, muss man deshalb zun&#228;chst nach London blicken.</p><h3>Ein konservativer Sozialismus f&#252;r Gro&#223;britannien</h3><p>Nach der Finanzkrise 2008 ger&#228;t die Labour-Partei in eine tiefe Krise. Der dritte Weg von New Labour hatte zwar Wahlen gewonnen, aber das Versprechen, Wirtschaftsliberalismus und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden, hatte sich als unhaltbar erwiesen. Sp&#228;testens nach der Niederlage bei der Unterhauswahl 2010 gilt das Projekt als gescheitert.</p><p>In dieser Zeit sammelt der Londoner Politiktheoretiker Maurice Glasman eine neue Str&#246;mung innerhalb der Partei um sich: Blue Labour sollte sie hei&#223;en. Das Programm ist in fast jeder Hinsicht das Gegenteil von New Labour. &#214;konomisch soll sich die Partei wieder am Nationalstaat orientieren und bereit sein, in die Wirtschaft einzugreifen, wenn es dem Wohl der Menschen dient. Gesellschaftspolitisch soll sie sich vom programmatischen Liberalismus l&#246;sen und f&#252;r das eintreten, was Glasman 2009 einen &#8222;zutiefst konservativen Sozialismus&#8220; nannte: eine Politik, &#8222;die Familie, Glauben und Arbeit zu ihrem Kern macht und auf Gegenseitigkeit, Gemeinschaftssinn und Solidarit&#228;t beruht.&#8220; Konservatismus und Sozialismus sollen sich gegenseitig bedingen, einander brauchen. W&#228;hrend der klassische Sozialkonservatismus F&#252;rsorge von oben organisierte, um die soziale Ordnung zu sichern und revolution&#228;re Anspr&#252;che der Arbeiterbewegung abzufangen, zielt Glasmans konservativer Sozialismus dabei aber auf die Selbstorganisation der Arbeiterklasse.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Blue Labour ist damit von Anfang an eine dezidiert britische Tradition. Sie beruft sich auf die spezifische Geschichte der Labour-Bewegung: eine Arbeiterbewegung, die &#8211; anders als die deutsche Sozialdemokratie &#8211; nie programmatisch s&#228;kular war und die Kirche, insbesondere den Methodismus, immer als mindestens so wichtigen Ansto&#223;geber betrachtete wie den Marxismus. Glasman greift vorrangig auf diese eigenwillige Tradition zur&#252;ck. </p><p>Nach und nach verbindet sich sein politischer Impuls jedoch mit einem intellektuellen Strang, der in den 1990er-Jahren innerhalb der britischen Theologie entstanden war: die <em>Radical-Orthodoxy</em>-Bewegung des Theologen John Milbank. Ohne Milbank w&#228;re Blue Labour wohl eine nostalgische Reformbewegung und zu sehr verhaftet geblieben in den Eigent&#252;mlichkeiten der britischen Arbeiterbewegung, um weit &#252;ber diese hinaus zu wirken. Durch ihn bekommt das politische Projekt aber eine philosophische Grundierung, die weit &#252;ber den Kanal und den Atlantik reichen sollte.</p><h3>Was der Postliberalismus wirklich behauptet</h3>
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          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/die-linke-geschichte-des-postliberalismus">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was Orbáns Scheitern über die Strategie der AfD verrät | Márton Békés: Nationaler Block (Kaderschmiede)]]></title><description><![CDATA[L&#228;sst sich eine dauerhafte Hegemonie von oben errichten? Oder zeigen sich gerade in diesem Ansatz die Grenzen eines rechten Gramscianismus?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/ungarn-orban-fidesz-hegemonie-afd</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/ungarn-orban-fidesz-hegemonie-afd</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 02 Aug 2026 06:36:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/209436206/02219b402e716b391072f26ab3abf693.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Lange galt Viktor Orb&#225;n der deutschen Rechten als gro&#223;es Vorbild. Mithilfe staatlicher Macht baute er gemeinsam mit seiner Fidesz-Partei Medien, Kultur und politische Institutionen um. Der ungarische Intellektuelle M&#225;rton B&#233;k&#233;s erkl&#228;rte 2023 in seinem Buch &#8222;Nationaler Block&#8220;, warum dieses Projekt aus seiner Sicht eine dauerhafte rechte Hegemonie geschaffen habe. Der Jungeuropa-Verlag empfahl das Buch der AfD ausdr&#252;cklich als strategische Lekt&#252;re.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZToF!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F330c23f9-3cce-480d-b364-fe48a19cbda2_4200x2130.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZToF!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F330c23f9-3cce-480d-b364-fe48a19cbda2_4200x2130.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZToF!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F330c23f9-3cce-480d-b364-fe48a19cbda2_4200x2130.jpeg 848w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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Dabei betreibt B&#233;k&#233;s keinen typischen Gramscianismus von rechts. Vielmehr dreht er Gramsci um, indem er gerade nicht beschreibt, wie jahrelange kulturelle Vorarbeit zur politischen Macht f&#252;hrt, sondern aufzeigt, wie erst der Wahlsieg und der Zugriff auf den Staat es erm&#246;glichten, eine gesellschaftliche Hegemonie zu organisieren.</p><p>Heute liest sich &#8222;Nati&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/ungarn-orban-fidesz-hegemonie-afd">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ulrich Siegmund und Zohran Mamdani: Der neue Gute-Laune-Populismus]]></title><description><![CDATA[Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt steht f&#252;r einen neuen Politiker-Typ. Wer ihn verstehen will, sollte weniger in die Geschichte schauen und mehr nach New York.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/ulrich-siegmund-zohran-mamdani-gute-laune-populismus</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/ulrich-siegmund-zohran-mamdani-gute-laune-populismus</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Thu, 30 Jul 2026 10:00:21 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ad54d72a-47bb-4bc8-922e-642c4549abf0_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ulrich Siegmund hat etwas, woran es der AfD seit ihrer Gr&#252;ndung mangelt: Charme. Noch immer werfen ihm manche Politiker vor, eine Partei zu vertreten, die f&#252;r &#8222;Hass und schlechte Laune&#8220; stehe, wie Katrin G&#246;ring-Eckardt am Rand des AfD-Parteitags sagte. Auf Veranstaltungen mit Siegmund erlebt man eher das Gegenteil: einen dauergrinsenden Politiker vor einer Anh&#228;ngerschaft in Feierlaune, getragen von einer zur Schau gestellten Gewissheit des nahen Sieges.</p><p>Wer sich auf eine m&#246;gliche Regierung unter seiner F&#252;hrung vorbereiten will, sollte deshalb weniger an die griesgr&#228;migen Gespenster der deutschen Geschichte denken als an einen Politiker am entgegengesetzten Ende des politischen Spektrums: den New Yorker B&#252;rgermeister Zohran Mamdani. Beide verkaufen mit ihrer Art nicht nur ein Programm, sondern ein Kernversprechen: dass Gesellschaft sich grundlegend ver&#228;ndern l&#228;sst. Das soll man schon beim blo&#223;en Anblick des Kandidaten f&#252;hlen.</p><h3><strong>Ein Verk&#228;ufer von Ideologie</strong></h3><p>Siegmund ist vor allem ein guter Vermarkter. Vor der Politik lie&#223; er sich zum Gro&#223;- und Au&#223;enhandelskaufmann ausbilden, gr&#252;ndete 2014 ein Unternehmen f&#252;r Raumbeduftung, ehe er 2016 sein Studium der Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie abschloss. In der Presse landete er zum ersten Mal zwei Jahre zuvor mit dem Vorschlag, Berliner U-Bahnh&#246;fe zu beduften. Seit 2016 sitzt er f&#252;r die AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt.</p><p>Dort hat er Karriere gemacht, als idealer &#8222;Verk&#228;ufer von Ideologie&#8220;, wie es der Sozialwissenschaftler und Theologe David Begrich <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/afd-spitzenkandidat-landtagswahl-siegmund-108.html">einmal beschrieb</a>. Genau dieses Talent fehlte der Partei in Sachsen-Anhalt: Mit Oliver Kirchner kam sie 2021 nur auf 20,8 Prozent &#8211; das erste Mal, dass die AfD bei einer Wahl in Ostdeutschland ein schlechteres Ergebnis als bei der vorherigen Wahl einfuhr. Siegmunds Ziel lautet inzwischen &#8222;45 Prozent plus x&#8220;. Erreicht er es, wird er in wenigen Wochen der j&#252;ngste Ministerpr&#228;sident, den Deutschland je hatte.</p><h3><strong>Das gebrochene Versprechen der CDU</strong></h3><p>Wie Siegmund sich selbst versteht, zeigte Ende Juni eine Szene im Landtag, als die AfD eine Debatte zu 24 Jahren CDU-Regierung erzwang. Siegmunds Kritik zielte auf ein gebrochenes Versprechen: Ministerpr&#228;sident Reiner Haseloff war 2021 mit der Zusage angetreten, bis zum Ende der Legislatur im Amt zu bleiben, &#252;bergab dann aber im Januar 2026 an Sven Schulze. Darin erkannte Siegmund eine Missachtung des Volkswillens: &#8222;Es gibt in meinen Augen nur einen einzigen, der dar&#252;ber entscheiden sollte, wer hier Ministerpr&#228;sident wird: Das ist das Volk, das ist der Souver&#228;n&#8220;, rief er seinen Kollegen zu. Die konterten unisono, der Ministerpr&#228;sident werde gar nicht vom Volk gew&#228;hlt. &#8222;Nein, das ist das Parlament&#8220;, rief etwa die SPD-Frau Juliane Kleemann.</p><p>Siegmund blieb angesichts dieser Belehrung gelassen und schloss mit einer grunds&#228;tzlichen Ansage:</p><blockquote><p>&#8222;Das ist formal richtig. Aber es ist unser Anspruch als Demokraten, dass das Volk bei einer solchen wichtigen Entscheidung mitspricht. Und das hat es nicht, weil Sie das Volk belogen haben. Sechs Monate vor der Wahl so etwas zu machen, ist vielleicht parlamentarische Gepflogenheit, aber es ist unredlich gegen&#252;ber den Menschen in diesem Land. Es ist unredlich gegen&#252;ber der Demokratie.&#8220;</p></blockquote><h3><strong>Der Sieg wird schon vermittelt, bevor er real ist</strong></h3><p>Wichtiger als die Arbeitsweise der Bundesrepublik ist Siegmund, was der einfache B&#252;rger denkt. Das Volk w&#228;hlt den Ministerpr&#228;sidenten zwar nicht, doch Siegmund insistiert darauf, dass es f&#252;hlen soll, ihm sei etwas genommen worden. Und so wie das Gef&#252;hl, dass einem etwas genommen wurde, schon reicht, um eine Kr&#228;nkung politisch wirksam zu machen, reicht auch ein Gef&#252;hl der Zuversicht, um einen Umbruch wahr zu machen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Die gute Laune, der Frohsinn der Radikalen ist die affektive Vorwegnahme eines Sieges, der formal noch gar nicht stattgefunden hat. Nach Jahren, in denen sich fast die gesamte AfD radikalisiert hat, k&#246;nnte man Siegmund damit als letzten wirklichen Populist der Partei bezeichnen: Er ist einer, der dem Volk aufs Maul schaut und mit einem Dauergrinsen Hoffnung anbietet, dass sich mit ihm wirklich etwas &#228;ndern wird.</p><h3><strong>Radikale Ideen im Hintergrund</strong></h3><p>Das hei&#223;t aber nicht, dass er keine radikale Vision verfolgen w&#252;rde. Mit Hans-Thomas Tillschneider steht einer der fundamentalsten Vordenker der AfD hinter ihm, er ist etwa verantwortlich f&#252;r das &#8222;Regierungsprogramm&#8220; des Landesverbands. Tillschneider vertritt einen strikten kulturellen Ethnopluralismus: Nicht Abstammung, aber hermetisch geschlossene Nationalkulturen sollen die V&#246;lker scheiden. Universalismus und Einwanderung gelten ihm, so f&#252;hrt er es in seinem gerade erscheinenden Grundsatzbuch &#8222;Kulturpolitik. Wie es ist deutsch zu sein&#8220; aus, als eine Art Angriff auf die Existenzbedingungen des Menschen. Harter Tobak, der wohl erst durch gute Laune mehrheitsf&#228;hig wird.</p><p>Siegmund ist also der strahlende Verk&#228;ufer einer radikalen Vision. Genau darin &#228;hnelt er dem immer gut gelaunten Mamdani, hinter dem mit <em>den Democratic Socialists of America</em> ebenfalls ein gefestigter ideologischer Unterbau steht. Auch Mamdani verspricht eine Politik ohne Vermittlungsinstanz, eine &#8222;politics of no translation&#8220;: ein Programm, das man beim Lesen sofort auf das eigene Leben beziehen kann, wie er im Sommer 2025 <a href="https://time.com/7308924/zohran-mamdani-interview-time/">dem </a><em><a href="https://time.com/7308924/zohran-mamdani-interview-time/">Time Magazine</a></em><a href="https://time.com/7308924/zohran-mamdani-interview-time/"> sagte</a>. Auch er k&#228;mpft um die Deutungshoheit &#252;ber das Gef&#252;hl: Politik soll unmittelbar als Erfahrung ankommen, ungefiltert von Institutionen oder Fachsprache. Und auch er verspricht, einen grunds&#228;tzlichen Politikwechsel &#252;ber einen blo&#223;en Personaltausch hinaus.</p><h3><strong>Pragmatische Ideologen</strong></h3><p>Beide gelten gleichzeitig als Pragmatiker mit Interesse an kreativen L&#246;sungen. Mamdanis Vorschl&#228;ge seien weniger radikal als das Zerrbild seiner Gegner, zugleich aufrichtiger in seinen linken Ambitionen, <a href="https://time.com/7308924/zohran-mamdani-interview-time/">urteilte der Journalist Mark Chiusano</a>, der ihn monatelang begleitete. Mamdani wollte die Polizei etwa vor einigen Jahren noch abschaffen, nach der Wahl lie&#223; er dann die technokratische Leiterin der Polizeibeh&#246;rde im Amt und versprach, die Zahl der Polizisten aufzustocken. &#196;hnliches gilt f&#252;r Siegmund, f&#252;r den ebenfalls nicht jede Entscheidung hundert Prozent AfD verk&#246;rpern muss. Und doch lautet der Leitspruch seiner Kampagne: &#8222;Alles ist m&#246;glich.&#8220; Sie beide verkaufen die Gewissheit, dass Politik noch etwas bewirken kann. Der Gute-Laune-Populismus ist das Mittel, um das auch plausibel zu machen.</p><p>Ja, die politischen Projekte der beiden unterschieden sich inhaltlich so stark, wie es nur denkbar ist. Mamdani ist ein universalistischer demokratischer Sozialist, seine Kampagne beruhte auf dem Versprechen, ein New York &#8222;f&#252;r alle&#8220; zu schaffen. Siegmund will nur Ministerpr&#228;sident f&#252;r alle &#8222;rechtschaffenen B&#252;rger&#8220; sein. Inhaltlich stehen die beiden Politiker f&#252;r entgegengesetzte Ziele. Der eine ist Sozialist, der andere radikaler Rechter.</p><p>Und doch verk&#246;rpern sie einen neuen Typ Politiker, der in den sp&#228;ten 2020ern zum Erfolgsgaranten radikaler Projekte werden k&#246;nnte. Beide beginnen ihre Karriere bei einer lokalen Wahl statt auf der nationalen B&#252;hne &#8211; dort, wo sich N&#228;he herstellen l&#228;sst. Beide verwandeln ihre enorme digitale Reichweite in reale Verbindungen: Mamdani rief im Rahmen seiner Kampagne zur Schnitzeljagd durch New York auf, bei Siegmund ist es die Simson-Ausfahrt.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Und beider Aufstieg wird von etablierten Medien in dunkelsten T&#246;nen gemalt: Mamdani galt als &#8222;<a href="https://www.wsj.com/opinion/zohran-mamdani-brings-third-world-prejudices-to-new-york-4b87c111">unpatriotisch</a>&#8220;, &#8222;<a href="https://www.washingtonpost.com/opinions/2025/11/03/zohran-mamdani-new-york-mayor-election/">unqualifiziert</a>&#8220;, &#8222;<a href="https://www.wsj.com/opinion/the-lure-of-comrade-mamdani-policy-mayoral-candidate-nyc-a61ca481">linksradikal</a>&#8220;, manchen gar <a href="https://www.wsj.com/opinion/escape-from-mamdanis-new-york-that-isnt-the-jewish-way-antisemitism-urban-decay-527b7386">als Antisemit</a>. Bei Siegmund vergisst kein Medium die Einordnung der AfD Sachsen-Anhalt als &#8222;gesichert rechtsextrem&#8220; durch den Verfassungsschutz, <a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2026/05/LSA-Szenario_2026_Web_Einzel.pdf">bei der Amadeu-Antonio-Stiftung</a> hei&#223;t es sogar, er wolle Asylsuchende nach der Wahl in Lagern konzentrieren.</p><h3><strong>Was man bei Mamdani lernen kann</strong></h3><p>Aber was hei&#223;t das f&#252;r das Projekt von Ulrich Siegmund? Was kann man, gut sechs Monate nach Mamdanis Amtsantritt, von ihm f&#252;r eine m&#246;gliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt lernen? An Mamdani l&#228;sst sich insbesondere sehen, wie schnell sich der Wind drehen kann. Seine Zustimmung liegt zurzeit bei rund 53 Prozent und damit deutlich h&#246;her als vor seiner Wahl. Zeitungen, die seinen Sieg noch als Menetekel gedeutet hatten, berichten inzwischen n&#252;chterner, teils sogar positiv.</p><p>Allen, die darauf hoffen, dass sich ein AfD-Ministerpr&#228;sident an der Macht schnell entzaubern k&#246;nnte, sollten bedenken: &#196;hnliches wie bei Mamdani k&#246;nnte auch bei Siegmund passieren, wenn er zu Beginn vor allem pragmatische Gesetze umsetzt. Das deutet sich bereits am <a href="https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/100-Tage-Sofortprogramm.pdf">100-Tage-Programm</a> der Partei an: Darin geht es etwa um einen F&#252;hrerscheinzuschuss f&#252;r Auszubildende, um Deutschland- statt Regenbogenflaggen an &#246;ffentlichen Geb&#228;uden, um eine Reduzierung der Ministerien. Nach hundert Tagen k&#246;nnten auch bei ihm, wenn er sich pragmatisch genug zeigt, viele den Eindruck gewinnen, er sei gar kein so schlechter Verwalter.</p><p>Doch darf man nicht vergessen, dass dahinter eine langfristige Vision f&#252;r eine grunds&#228;tzlich andere Gesellschaft steckt. Das L&#228;cheln, der Pragmatismus, der Gute-Laune-Populismus ist nur das Mittel, mit dem man sie verwirklichen will. Man sollte, wie Mamdani zeigt, die Effektivit&#228;t dieses Mittels nicht untersch&#228;tzen. Die Zukunft geh&#246;rt wohl &#8211; im Guten wie im Schlechten &#8211; diesen kreativen, pragmatischen Ideologen.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Eskalation in NRW: Worum geht es beim AfD-Streit?]]></title><description><![CDATA[Die AfD tritt zunehmend professionell auf. Doch ein Landesverband leistet Widerstand gegen den Kurs der Parteispitze. In NRW werden auf offener B&#252;hne Machtk&#228;mpfe ausgetragen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/eskalation-in-nrw-worum-geht-es-beim</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/eskalation-in-nrw-worum-geht-es-beim</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sat, 25 Jul 2026 05:28:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208341482/8527b3daa1a7fd06dd04d9351e8996e1.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>An den vergangenen beiden Wochenenden wollte die AfD in NRW eigentlich blo&#223; ihre Liste f&#252;r die Landtagswahl aufstellen. Doch der Parteitag eskalierte und sorgte daf&#252;r, dass der Landesverband sich nun im offenen Konflikt mit dem Bundesvorstand der Partei befindet. </span>Wir haben in den vergangenen Tagen mit Akteuren aus allen beteiligten Lagern gesprochen und so versucht, zu verstehen, worum es bei diesem Kampf um den Landesverband wirklich geht.</p><p>Deshalb rekonstruieren wir <span>in dieser Folge, was sich beim Parteitag abgespielt hat, bleiben aber nicht dabei stehen. Stattdessen beleuchten wir auch die Hintergr&#252;nde des Konflikts: Welche ideologischen, welche strategischen Differenzen spalten die Partei? Und was bedeutet der Machtkampf f&#252;r die Zukunft? </span></p><p>Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich &#8211; wie diese hier &#8211; mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Mark Terkessidis: Wie faschistisch ist die Linke? (Live)]]></title><description><![CDATA[Der Migrationsforscher Mark Terkessidis fragt sich, wo der Faschismus beginnt. Seine Antwort: Da, wo man ihn eher nicht vermuten w&#252;rde.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/mark-terkessidis-gewalt-am-denken</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/mark-terkessidis-gewalt-am-denken</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Sat, 18 Jul 2026 06:44:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207413020/c41c464fe7dd6cb752f5e26c030c948a.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wann beginnt der Faschismus? Mark Terkessidis beantwortet die Frage nicht mit den erwartbaren Verd&#228;chtigen. Wer <em>Gewalt am Denken</em> aufschl&#228;gt in der Erwartung, dort Namen wie Musk, Trump oder die AfD zu finden, wird &#252;berrascht. Terkessidis findet Vertreter eines faschistischen Denkstils n&#228;mlich auch im eigenen, linksliberalen Milieu.</p><p>Terkessidis kommt aus dem Rassismus- und Migrationsdiskurs, sein erstes Buch widmete er schon 1995 der Neuen Rechten, zuletzt schrieb er &#252;ber koloniale Vergangenheit und Erinnerungspolitik. Mit <em>Gewalt am Denken</em> richtet er den Blick nun auf die eigene politische Herkunft, auf Identit&#228;tspolitik, Debatten um die Sprecherposition und Critical Whiteness. Er beschreibt darin dieselben Mechanismen der Angst und Ausgrenzung, die man sonst h&#228;ufig der radikalen Rechten zuschreibt. Im Gespr&#228;ch h&#246;rt man ihm einen Frust an, der &#252;ber akademische Entt&#228;uschung hinausgeht: An mehreren Stellen des Gespr&#228;chs berichtet er offen, dass er zwischenzeitlich &#252;berlegt hat, &#252;berhaupt noch etwas zu schreiben, so ersch&#246;pfend fand er das mediale Klima der vergangenen Jahre.</p><p>Das Gespr&#228;ch ist ein Mitschnitt der Veranstaltung, die Nils mit Terkessidis im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin gef&#252;hrt hat. Es war die zweite Ausgabe der Reihe <em>Zeitanalysen</em>, einer Kooperation zwischen <em>&#220;ber Rechts</em> und dem Brechthaus. </p><p>Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wer hat in der AfD das Sagen?]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | Der AfD-Parteitag 2026 in Erfurt offenbart, dass unsere alten Kategorien nicht mehr funktionieren. Stattdessen pr&#228;gen neue Netzwerke und Kl&#252;ngeleien die Parteien. Wir versuchen, zu sortieren.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/wer-hat-in-der-afd-das-sagen</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/wer-hat-in-der-afd-das-sagen</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Mon, 06 Jul 2026 15:28:45 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/205534687/d54b5a4a5baf0f350fd6a1988eccd3ad.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Fr&#252;her waren AfD-Parteitage Orte der Wut, der Tr&#228;nen und der offenen Machtk&#228;mpfe. Inzwischen hat sich die Partei jedoch so weit professionalisiert, dass es deutlich gesitteter zugeht und vieles, was auf Parteitagen beschlossen wird, bereits im Voraus ausgehandelt ist. Auch der Bundesparteitag in Erfurt wirkt deshalb weniger wie ein offener Richtungsstreit, sondern eher wie das Ergebnis von Netzwerken, die im Hintergrund um Macht, Posten und das Personaltableau gerungen haben.</p><p>Alice Weidel und Bj&#246;rn H&#246;cke gelten gemeinhin als die gro&#223;en Gewinner dieses Parteitags. Wir schauen genauer hin und fragen: Wer hat in der AfD tats&#228;chlich das Sagen? Unsere Analyse zeigt: Weidel und H&#246;cke haben nur auf den ersten Blick gewonnen. Der eigentliche Gewinner ist das Netzwerk um den Bundestagsabgeordneten Sebastian M&#252;nzenmaier, in dem sich Akteure aus dem Umfeld Weidels ebenso wiederfinden wie Teile des H&#246;cke-Lagers. Wer geh&#246;rt zu diesem Netzwerk? Wie funktioniert es? Und wohin will es die Partei f&#252;hren?</p><p>Dabei zeigt sich: Die alten Kategorien, mit denen die AfD lange beschrieben wurde, tragen immer weniger. Aus dem Kampf zwischen Radikalen und vermeintlich Gem&#228;&#223;igten ist l&#228;ngst ein Kampf um Macht, Mandate und Einfluss geworden. Der neue Bundesvorstand wird von einem neuen Typus gepr&#228;gt: dem jungen Berufspolitiker. Er ist charmant, professionell, pragmatisch &#8211; und nicht minder radikal.</p><p>Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die jüngste Altpartei Deutschlands]]></title><description><![CDATA[Die AfD wollte immer gegen den Parteienfilz k&#228;mpfen. Der 17. Bundesparteitag der AfD in Erfurt zeigt jetzt eine Partei, die von Hinterzimmer-Diplomatie und Karrierenetzwerken gepr&#228;gt ist.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/afd-parteitag-2026</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/afd-parteitag-2026</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 05 Jul 2026 14:56:39 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/00fbf71f-e44f-422c-b73e-800cb6682751_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>Die AfD war eigentlich mal stolz darauf, eine Partei der Basisdemokratie zu sein, bei der man nie so richtig wei&#223;, was bei einem Parteitag passiert. Ein &#8222;g&#228;riger Haufen&#8220; eben, wie sie Alexander Gauland vor vielen Jahren einmal bezeichnete.</span></p><p><span>Entsprechend waren Parteitage der AfD &#252;ber Jahre hinweg sehr unterhaltsam. Selbst zu Zeiten J&#246;rg Meuthens gab es noch gerne mal Geschrei, Tr&#228;nen, Menschentrauben. Die Partei zeigte, dass sie sich nicht nur inhaltlich von den anderen Parteien unterschied, sondern auch in der Art und Weise, wie Konflikte immer wieder aufbrachen und weltanschauliche Widerspr&#252;che sichtbar wurden.</span></p><p><span>Als die schlimmsten St&#246;renfriede der rechten Einigkeit ausgeschaltet waren und aus Mitgliederparteitagen allm&#228;hlich Delegiertenparteitage wurden, gab es wenigstens noch ein paar Stellvertreterkriege, auf die Beobachter hinfiebern konnten. Der 17. Bundesparteitag der AfD in Erfurt aber lief an seinem ersten Tag, dem Tag, an dem der Bundesvorstand neu gew&#228;hlt wurde, so professionell und routiniert ab wie ein Parteitag der CDU: Alles steht ohnehin schon vorher fest, eigentlich tritt man nur f&#252;r die Fernsehkameras noch einmal zusammen.</span></p><h3><span>Stramm und glatt</span></h3><p><span>Man ahnte schon zu Beginn, dass in Erfurt keine gro&#223;en Linien gezogen w&#252;rden, sondern dass das Bild der Partei nach au&#223;en im Mittelpunkt stehen sollte: radikal rechts und professionell, stramm und glatt. Vor dem Parteitag war spekuliert worden, dass ein von Bj&#246;rn H&#246;cke unterst&#252;tzter Antrag gegen die Unvereinbarkeitsliste der Partei zumindest f&#252;r etwas Streit sorgen k&#246;nnte. Doch nicht einmal eine Stunde nach p&#252;nktlichem Beginn war die Sache erledigt.</span></p><p><span>Alice Weidel bedankte sich artig f&#252;r den Hinweis, die Liste zu &#252;berarbeiten. Der Bundesvorstand h&#228;tte das schon l&#228;ngst machen m&#252;ssen. Sie habe mit den Antragstellern gesprochen. Der neue Vorstand werde innerhalb eines Jahres die Unvereinbarkeitsliste &#252;berarbeiten. Antragsteller Joachim Paul zog den Antrag direkt zur&#252;ck und betonte, &#8222;volles Vertrauen&#8220; in den Bundesvorstand zu haben. Wof&#252;r man fr&#252;her mehrere Stunden hitziger Debatten gebraucht h&#228;tte, erledigt die Partei inzwischen in zwei Minuten.</span></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p><span>&#196;hnlich unspektakul&#228;r verlief die mit Spannung erwartete Rede von Bj&#246;rn H&#246;cke. Der Th&#252;ringer AfD-Chef durfte als Kopf des gastgebenden Landesverbands zu Beginn seine vermutlich bisher l&#228;ngste Rede bei einem Parteitag halten. Er referierte aus seinem Standardrepertoire: von der gebrochenen deutschen Identit&#228;t und den schlimmen Kartellparteien. Einzig sein kurzer Abstecher zum Thema Autobahntoiletten hatte etwas Innovatives: &#8222;Schaut auf den Zustand der Autobahntoiletten eines Landes und ihr erkennt den Zustand einer Gesellschaft!&#8220;, rief er den Delegierten zu.</span></p><p><span>Ihre Reaktionen, eingefangen von den Kameras: fragende Gesichter, leichte Andeutungen von Kopfnicken und zaghafter Applaus, um die Kunstpause zu f&#252;llen. Die Rede wurde insgesamt eher zur&#252;ckhaltend aufgenommen. Ein paar Fans standen auf, um zu applaudieren. Die meisten blieben sitzen, nach wenigen Sekunden ging es weiter.</span></p><h3>Chrupalla und Weidel in Konkurrenz und Eintracht</h3><p><span>Spannend h&#228;tte auch die Wahl der Bundesvorsitzenden werden k&#246;nnen, aber Tino Chrupalla und Alice Weidel traten jeweils ohne Gegenkandidaten an. Sie schlugen sich demonstrativ gegenseitig vor, hielten jeweils souver&#228;ne Reden. Weil es schon keine Kampfkandidatur gab, versuchten Journalisten und Delegierte immerhin, ein Duell zwischen Chrupalla und Weidel heraufzubeschw&#246;ren. Wer w&#252;rde mehr Zustimmung bekommen, nachdem beim letzten Mal Weidel hinter Chrupalla gelandet war? Weidel blieb auf dem Niveau von vor zwei Jahren und bekam schlie&#223;lich 81 Prozent. Chrupalla bekam 70 Prozent, gut zehn Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. Ein Signal, dass der Sachse Erfurt etwas geschw&#228;cht verl&#228;sst, wenngleich l&#228;ngst nicht so schwach, wie von Beobachtern im Vorfeld gemunkelt worden war. </span></p><p><span>Fr&#252;her ging man beim Blick auf die AfD von ideologischen Fl&#252;geln oder Lagern aus. Heute dominieren in der AfD Karrierenetzwerke. Da ist das m&#228;chtige Netzwerk um Alice Weidel und den Bundestagsabgeordneten Sebastian M&#252;nzenmaier. Dieses Netzwerk ist verb&#252;ndet mit dem Lager um Bj&#246;rn H&#246;cke. Daneben gibt es das schw&#228;chere Netzwerk um Tino Chrupalla, zu dem die Mehrheiten der Landesverb&#228;nde in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen z&#228;hlen.</span></p><h3>Kleinere Duelle und &#220;berraschungen</h3><p>Der Riss zwischen diesen Netzwerken geht zum Teil quer durch die Landesverb&#228;nde. Das zeigte sich in Erfurt bei der Wahl eines stellvertretenden Parteivorsitzenden: Kay Gottschalk gegen Sven Tritschler, beide aus Nordrhein-Westfalen, beide fr&#252;her eher solche, die sich gem&#228;&#223;igt gaben. Gottschalk hat sich in den vergangenen Monaten aber lager&#252;bergreifend wenig Freunde gemacht: Zun&#228;chst gab es im Bundestag Streit mit Beatrix von Storch, dann hatte er sich mit den Rechtsradikalen in der Partei angelegt, weil er sich f&#252;r den Ausschluss des Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eingesetzt hatte. Da n&#252;tzte es auch nichts, dass Gottschalk sich neulich auf einem Remigrationskongress in Portugal blicken lie&#223; und dort medienwirksam mit dem ehemaligen ICE-Kommandeur Gregory Bovino zusammentraf. Am Ende landete Tritschler, der von Alice Weidel pers&#246;nlich vorgeschlagen wurde, vor Gottschalk.</p><p>Die einzige wirkliche &#220;berraschung war die Wahl von Katrin Ebner-Steiner zur stellvertretenden Parteivorsitzenden. Die bayerische AfD-Chefin gilt als H&#246;cke-Vertraute, trat ohne Gegenkandidatin an und wurde mit lediglich 55,7 Prozent gew&#228;hlt. Wohl auch, weil der eigentlich f&#252;r diesen Posten vorgesehene Kandidat seine Kandidatur f&#252;r viele &#252;berraschend zur&#252;ckgezogen hatte.</p><p>Peter Boehringer ist seit 2022 im Bundesvorstand. Er ist ein harter Marktliberaler und dabei nicht minder rechtsradikal. Vor allem gilt er als flei&#223;ig. Kurz bevor Ebner-Steiner gew&#228;hlt wurde, erkl&#228;rte er jedoch seinen Verzicht auf eine Kandidatur. Er machte das ganz knapp, mit nicht besonders gl&#252;cklicher Miene und ganz sicher nicht von langer Hand geplant. Noch zwei Tage vor dem Parteitag hatte er in einem fast halbst&#252;ndigen Video seine erneute Kandidatur f&#252;r den neuen Bundesvorstand begr&#252;ndet. Warum er zur&#252;ckstecken musste, was seit Donnerstag in den Hinterzimmern und Netzwerken passiert ist, erfuhren die Delegierten nicht.</p><h3>Der Erfolg der Hinterzimmer-Diplomatie</h3><p><span>Jenseits der Netzwerke geht im Grunde nichts mehr in der AfD. Das zeigte sich bei der Wahl des Bundesschatzmeisters. Carsten H&#252;tter macht diesen Job seit vielen Jahren. Er bat in seiner Bewerbungsrede darum, nicht auf die Netzwerker und Einfl&#252;sterer zu h&#246;ren, sondern auf das eigene Gef&#252;hl. H&#252;tters Worte wurden nicht erh&#246;rt. Der einstige Chef der Jungen Alternative, Hannes Gnauck, der eigentlich keine Erfahrung auf diesem Gebiet hat, setzte sich durch. In zwei Wahlg&#228;ngen hatte auch er keine absolute Mehrheit, aber im dritten Wahlgang reichte es dann f&#252;r ihn.</span></p><p>Die meisten anderen Wahlen zum neuen Bundesvorstand gingen ger&#228;uschlos vonstatten, oft ohne Gegenkandidaten. Die Hinterzimmer-Diplomatie funktioniert besser denn je in der AfD. Der Politikwissenschaftler Floris Biskamp wies auf einen interessanten Umstand beim gew&#228;hlten Bundesvorstand hin: Der 14 Personen umfassende Bundesvorstand besteht aus zw&#246;lf M&#228;nnern und zwei Frauen. Die H&#228;lfte waren einst Kader der Jungen Alternative; bis auf eine Ausnahme sind sie alle unter 40. Diese Verj&#252;ngung h&#228;ngt unmittelbar mit dem M&#252;nzenmaier-Netzwerk zusammen, das sich wesentlich aus alten JA-Kontakten speist.</p><p>&#8222;So viel zur Ablehnung des Prinzips &#8218;Krei&#223;saal-H&#246;rsaal-Plenarsaal&#8216;, die mal so wichtig f&#252;r die Parteidentit&#228;t war&#8220;, <a href="https://bsky.app/profile/theflorislava.bsky.social/post/3mptg2uf7is23">kommentierte Biskamp</a>. Die Partei reproduziert sich immer mehr aus sich selbst und produziert eine neue Generation von Berufspolitikern.</p><p><span>Bei den Diskussionen zu den Satzungs&#228;nderungen am Sonntag, die kaum noch jemand wahrnahm, setzte sich ebenfalls die Professionalisierungsfraktion durch. Nachdem man mit dem Antrag, </span>wonach jeder Landesverband ab einer Mitgliederzahl von 8.000 k&#252;nftig nur noch Delegiertenparteitage durchf&#252;hren soll,<span> auf vergangenen Parteitagen immer wieder gescheitert war, ging auch dieser nun durch. Lange war die Zeit f&#252;r die einstige Partei der Basisdemokratie daf&#252;r offenbar noch nicht reif. In Erfurt aber konnte die Basisdemokratie als eine der letzten Altlasten der Gr&#252;nderjahre der Partei eingehegt werden. </span></p><p><span>So pr&#228;sentierte sich die Partei am Ende des Wochenendes radikaler denn je, j&#252;nger denn je, professioneller denn je &#8211; und immer mehr als das, was sie eigentlich nie sein wollte: eine Partei der Funktion&#228;re, Netzwerker und Berufspolitiker. Die AfD ist nun endg&#252;ltig eine Altpartei, wenngleich die j&#252;ngste und rechteste.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Springer braucht kein Geheimtreffen: Wie Bild und Welt die AfD hofieren]]></title><description><![CDATA[Fand zwischen Mathias D&#246;pfner und Friedrich Merz ein Vier-Augen-Gespr&#228;ch zur Brandmauer statt? Ein Blick in BILD und WELT verr&#228;t jedenfalls, was man bei Axel Springer von der Brandmauer h&#228;lt.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/springer-braucht-kein-geheimtreffen</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/springer-braucht-kein-geheimtreffen</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Thu, 02 Jul 2026 04:57:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/3447367e-47fd-42d8-8495-5ddb2c6e90df_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Aufregung in Berlin-Mitte: Springer-Chef Mathias D&#246;pfner soll Kanzler Merz offensiv dazu gedr&#228;ngt haben, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Das jedenfalls behaupten der Journalist Stephan Lamby und die Journalistin Eva Quadbeck <a href="https://www.rnd.de/politik/merz-und-doepfner-geraten-aneinander-die-ganze-geschichte-im-neuen-rnd-podcast-wenn-sie-wuessten-VSLZMQOY35CSHHHXRMIACGEMB4.html">in einem Podcast</a>. Sie berichten von einem Vier-Augen-Treffen zwischen D&#246;pfner und Merz, das Anfang des Jahres im Kanzleramt stattgefunden haben soll. Lamby und Quadbeck waren zwar nicht dabei, aber es gebe &#8222;Sekund&#228;rquellen&#8221;, &#8222;Indizien&#8221; und &#8222;gut informierte Personen&#8221;, auf deren Grundlage der Gespr&#228;chsverlauf rekonstruierbar sei. Merz soll demnach zu D&#246;pfner gesagt haben, eine Zusammenarbeit mit der AfD komme nicht infrage: &#8222;Das wird nicht passieren. Nur &#252;ber meine Leiche.&#8220; Anschlie&#223;end habe er D&#246;pfner rausgeworfen, der das Gespr&#228;ch beim Herausgehen mit einer Drohung beendete: &#8222;Das werden Sie noch bereuen.&#8220;</p><p>Der Springer-Konzern <a href="https://x.com/axelspringer/status/2072248906482663550">weist die Vorw&#252;rfe als absurd zur&#252;ck</a>: &#8222;Die Unterstellung, Mathias D&#246;pfner h&#228;tte den Kanzler zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedr&#228;ngt, ist eine glatte L&#252;ge.&#8220; In dem Statement verweist das Unternehmen noch auf etwas anderes: Bereits im November 2025 habe in Berliner Journalistenkreisen eine Nachricht kursiert, in der &#8222;nahezu wortgleich&#8220; ein Gespr&#228;ch zwischen D&#246;pfner und Merz wiedergegeben worden sei wie jenes, von dem nun Lamby berichtet &#8211; der datiert die Szene allerdings auf Anfang 2026.</p><p>Gro&#223;e Verwirrung im politischen Berlin: Fand dieses Vier-Augen-Gespr&#228;ch nun statt? Was wurde darin gesagt? Wenn es stattfand: Wann war es? Was steht in jener Nachricht, die in Berliner Journalistenkreisen kursiert haben soll? Und wer sind eigentlich diese &#8220;gut informierten Personen&#8221;, von denen die Rede ist?</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Abonniere <em>&#220;ber Rechts</em>, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Es verwundert nicht, dass diese Fragen die Speerspitze des politischen Journalismus in Wallung bringen. Aber eigentlich br&#228;uchte es weder Vier-Augen-Gespr&#228;che noch kursierende Nachrichten. Ein kursorischer Blick in die Produkte des Springer-Konzerns ist aufschlussreich genug, um zu sehen, wohin die Reise f&#252;r einen der umsatzst&#228;rksten Medienunternehmen Europas gehen d&#252;rfte.</p><p>Etwa bei BILD: Dort schrieb Chefredakteurin Marion Horn k&#252;rzlich <a href="https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/brandmauer-reicht-nicht-deutschland-braucht-den-befreiungsschlag-6a11d0f23b7096456ac80c03">einen bemerkenswerten Kommentar</a> gegen die Brandmauer. Die Regierung habe nicht begriffen, wie ernst die Lage sei: &#8222;Deutschland braucht keinen weiteren Warnhinweis. Deutschland braucht endlich einen Befreiungsschlag. Bei Rente, Steuern, Arbeit, B&#252;rokratie&#8220;, schrieb Horn. Dagegen sei die Brandmauer noch keine Politik.</p><p>Wie die Bev&#246;lkerung die Sache sieht, wei&#223; BILD nat&#252;rlich auch. In dem Beitrag <em><a href="https://www.bild.de/politik/inland/brandmauer-zur-afd-einreissen-das-sagen-die-bild-leser-6a12a7983b7096456ac81225">Das denken die BILD-Leser &#252;ber die Brandmauer</a></em> verk&#252;ndete das Blatt Volkes Wille. Klares Ergebnis: 84 Prozent sind f&#252;r eine Zusammenarbeit mit der AfD.</p><p>Und weil Chefredakteurin und Leser noch nicht ausreichen, legte BILD noch einmal nach: &#8222;<a href="https://www.bild.de/politik/bild-fragt-unternehmer-das-sagen-wirtschafts-bosse-zur-brandmauer-6a1956f4411d40cd4c74b737">Das sagen Deutschlands Wirtschaftsbosse zur Brandmauer</a>&#8220;. Hier fiel das Bild etwas geteilter aus: Manche sind gegen die Brandmauer, andere Unternehmer aus Kostengr&#252;nden dagegen. Aber der Teaser gab den Takt vor: Merz wolle nicht mit der AfD zusammenarbeiten. &#8222;Doch die Zweifel daran, ob ihm mit den Sozialdemokraten der gro&#223;e Reformwurf gelingt, wachsen mit jedem Tag der Regierungskrise. Auch bei Unternehmern, die an massiven Wettbewerbsnachteilen (B&#252;rokratie, Energiepreise) leiden, oder die sogar um ihre Existenz k&#228;mpfen.&#8220;</p><p>Wer angesichts dieser Rahmung noch Zweifel hatte, bekam die Meinung gleich noch einmal mitgeliefert. Diesmal nicht von der Chefredakteurin, sondern von Vizechefin Linna Nickel. Sie lobte <a href="https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/unternehmer-fordern-mehr-mut-und-kritisieren-die-politische-blockade-6a1b0c5e411d40cd4c74cccf">in ihrem Kommentar</a> ausdr&#252;cklich einen Unternehmer, der findet, dass die Brandmauer das Land l&#228;hme. &#8222;Ich w&#252;nsche mir mehr mutige Unternehmer wie ihn, die endlich Position beziehen&#8220;, so die stellvertretende Chefredakteurin.</p><p>Diese vier Artikel sind nicht aus den vergangenen zwei Jahren zusammengesammelt, nicht m&#252;hsam aus dem BILD-Archiv herausgepickt. Sie erschienen allesamt binnen einer einzigen Woche Ende Mai. Zwar gibt es nicht jede Woche eine derart geballte Ladung zum Thema Brandmauer. Aber exemplarisch zeigt sich hier sehr gut, wie und mit welchen Mitteln vonseiten der BILD versucht wird, die Brandmauer einzurei&#223;en.</p><p>Auch bei Springers WELT schreibt man seit dem <a href="https://www.welt.de/debatte/kommentare/article254982012/Warum-Elon-Musk-auf-die-AfD-setzt-und-warum-er-dabei-irrt.html">Gastbeitrag</a>, in dem Elon Musk die AfD im Dezember 2024 als &#8222;letzten Funken Hoffnung&#8220; bezeichnete, kr&#228;ftig gegen die Brandmauer an. Die Redakteurin Fatina Keilani <a href="https://x.com/KeilaniFatina/status/1998626882267525342">fantasiert etwa auf X</a>, dass Deutschland &#8222;strukturell eine rechte Mehrheit&#8220; aus CDU und AfD habe, die es zu nutzen gelte. Im Februar 2025 <a href="https://www.welt.de/debatte/plus255478428/Bundestagswahl-Die-Un-Logik-der-Brandmauer.html">schreibt Magnus Klaue in der WELT</a>, die Brandmauer drohe &#8222;die Konkurrenz der Parteien vollends zu ersticken&#8220;.</p><p>Ansonsten geht es bei dem &#8222;Premium-Produkt&#8220; WELT vor allem um die Minderheitsregierung. Bei WELT TV etwa ist regelm&#228;&#223;ig von dieser M&#246;glichkeit die Rede. Am deutlichsten trug Ulf Poschardt, laut dem die Brandmauer &#8222;<a href="https://www.welt.de/debatte/plus255256764/Merz-Migrationspolitik-Das-Ende-der-moralischen-Anmassung-der-Gernegrossen.html">dem Machterhalt eines linken, rot-gr&#252;nen Milieus</a>&#8220; dient, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jRtJ3UwCupQ">die &#220;berlegung im November 2025 vor,</a> als SPD-Chefin B&#228;rbel Bas in der Kritik stand:</p><blockquote><p>&#8222;Ich haue ja gerne mal auf Friedrich Merz kritisch drauf, aber mit so einem Koalitionspartner kannst du das Land eigentlich nur an die Wand fahren. Und vor dem Hintergrund ist dann nat&#252;rlich auch noch mal anzugucken, wenn Alice Weidel ein paar vern&#252;nftige Sachen gesagt hat, die sie gerne machen w&#252;rde, ob man nicht wirklich Richtung Minderheitsregierung irgendwann nachdenken muss.&#8220;</p></blockquote><p>Dar&#252;ber wird also ganz offen bei Springer nachgedacht. Ob das auch explizit Thema in einem Vier-Augen-Gespr&#228;ch im Kanzleramt war, ist eigentlich zweitrangig. Man muss nur BILD lesen und WELT schauen. </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Hat die Links-Rechts-Unterscheidung ausgedient? | Philip Manow: „Spaltungslinien“ (Kaderschmiede)]]></title><description><![CDATA[Verl&#228;uft der zentrale Konflikt heute zwischen &#214;ffnung und Schlie&#223;ung, Globalisierung und Nationalstaat, liberal und illiberal? Was eine solche Perspektive sichtbar macht &#8211; und was nicht.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/philip-manow-spaltungslinien</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/philip-manow-spaltungslinien</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 05:08:09 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/203482074/f913c512338fc72dfc94cb38e130c654.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Schon seit Jahrzehnten wird behauptet, die alte Aufteilung der politischen Lager in Links und Rechts h&#228;tten ihre Erkl&#228;rungskraft verloren. Die Konflikte der Gegenwart verliefen l&#228;ngst entlang anderer Spaltungs- und Konfliktlinien. Genau hier setzt der Politikwissenschaftler Philip Manow an, den die FAZ k&#252;rzlich zum &#8222;Denker der Stunde&#8220; adelte. In seinem neuen Buch <em>Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats</em> behauptet er, dass Europ&#228;isierung und Globalisierung eine neue politische Konfliktachse hervorgebracht haben &#8211; und dass sich mit ihr auch der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien besser verstehen lasse.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!s85C!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc1f56391-9551-4d16-a417-a9b070071514_4200x2296.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!s85C!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc1f56391-9551-4d16-a417-a9b070071514_4200x2296.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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Beck erschienen ist. Zun&#228;chst diskutieren wir seine zentrale These: L&#246;st sich die alte Links-Rechts-Achse tats&#228;chlich auf? Oder &#252;berzieht Manow, wenn er die politischen Konflikte der Gegenwart vor allem als Gegensatz von &#214;ffnung und Schlie&#223;ung beschreibt?</p><p>Relativ einig si&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/philip-manow-spaltungslinien">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Alles Faschisten außer der Linken?]]></title><description><![CDATA[Luigi Pantisano hat CDU und AfD f&#252;r faschistisch erkl&#228;rt und sich daf&#252;r wenig sp&#228;ter entschuldigt. Das war politisch unklug &#8211; wichtiger ist aber, was das Debakel &#252;ber den Begriff selbst sagt.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/alles-faschisten-auer-der-linken</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/alles-faschisten-auer-der-linken</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 24 Jun 2026 09:43:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/706cb8b6-7ca0-467c-9925-6b1429c8ece7_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte Luigi Pantisano &#252;ber Friedrich Merz sprechen. Als er am vergangenen Samstag zum neuen Linken-Vorsitzenden gew&#228;hlt wurde, hatte er eine klare Agenda: die unsoziale Politik der Bundesregierung angreifen und die Partei als erkennbare dritte Kraft zwischen Mitte-Parteien und rechtsradikaler Opposition aufstellen. Dann &#252;berlagerte ein Satz aus einem Bild-Interview alles: &#8222;Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst&#8220;, sagte er kurz vor dem Parteitag, auf dem er dann ohne Gegenkandidaten mit sehr knapper Mehrheit gew&#228;hlt wurde. </p><p>Nicht nur von der CDU und aus der Presse kamen R&#252;cktrittsforderungen und harte Kritik an seiner Aussage. Auch mehrere Mitglieder der Ostverb&#228;nde der Linkspartei distanzierten sich. Am Tag nach dem Parteitag nahm Pantisano seine Aussage dann als &#8222;verk&#252;rzt und in dieser Form falsch&#8220; zur&#252;ck. Das ganze Debakel zeigt, dass Pantisano noch nicht die Klaviatur professioneller politischer Rhetorik beherrscht. Analytisch interessanter ist es aber, sich dem Begriff zuzuwenden, mit dem er da operierte.</p><h3><strong>Der Faschismus-Begriff ist vieldeutig</strong></h3><p>Denn der Begriff &#8222;Faschismus&#8220; bezeichnet gleichzeitig zwei sehr verschiedene Dinge: einerseits ist es ein analytisches Konzept, andererseits der moralische H&#246;hepunkt im politischen Sprechen.</p><p>Als analytischer Begriff beschreibt er aus einem engeren historischen Blickwinkel ein spezifisches Ph&#228;nomen der europ&#228;ischen Zwischenkriegszeit. Die faschistischen Bewegungen jener Jahre zerschlugen die organisierte Arbeiterbewegung durch paramilit&#228;rische Gewalt, strebten einen streng hierarchisch strukturierten Staat an und legitimierten das mit Ultranationalismus und einem rassistischen Vernichtungsnarrativ. Damals ergab sich eine spezifische Situation, die eine zerst&#246;rerische Politik hervorbrachte, die sich qualitativ von allgemeinem Autoritarismus unterschied.</p><p>In einer eher weiten Deutung kann unter Faschismus eine politische Ideologie verstanden werden, die radikalen Nationalismus, Antiliberalismus und den Mythos der Wiedergeburt der Nation fasst. Eine strenger materialistische Analyse sieht im Faschismus eine Form der Ausnahmeherrschaft des Kapitals, wenn die b&#252;rgerliche Demokratie als nicht mehr funktionst&#252;chtig erscheint. Diese unvollst&#228;ndige Auflistung zeigt bereits, dass selbst ein analytisch gefasster Faschismusbegriff sehr unterschiedliche Akzente setzt. Was mit Faschismus gefasst werden kann, ist in der Fachwelt wie unter Linken h&#246;chst umstritten.</p><p>Der Alltagsverstand kennt insbesondere in Deutschland noch eine andere Bedeutung: Weil das historische Ph&#228;nomen so extrem war, avancierte das Wort nach 1945 zum absoluten H&#246;hepunkt moralischer Verurteilung. Wer jemanden anderen als Faschisten bezeichnete, wollte diskreditieren &#8211; die Linken die Rechten, aber auch umgekehrt, wenn Linke als rot lackierte Faschisten oder von Liberalen als &#8222;Linksfaschisten&#8220; beschimpft wurden.</p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;12799d1e-d0a8-4f02-8716-a5deef61cb54&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Ausgehend von aktuellen Debatten diskutieren wir verschiedene Begriffsangebote, die derzeit im Umlauf sind. Wir sprechen &#252;ber den Faschismusbegriff im Alltagsverstand, &#252;ber den Begriff des &#8222;demokratischen Faschismus&#8220; bei Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey sowie &#252;ber den Begriff der Faschisierung, wie ihn etwa Mario Candeias verwendet.&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Warum wir nicht von Faschismus sprechen&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:111371079,&quot;name&quot;:&quot;Sebastian Friedrich&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Freier Journalist und Autor (u.a. NDR, Panorama, Der Freitag) Podcast + Newsletter &#8222;&#220;ber Rechts&#8220;&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XfPS!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ffed732ec-af3d-4bdd-8130-e358d6d187d6_400x400.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:100},{&quot;id&quot;:2651099,&quot;name&quot;:&quot;Nils Schniederjann&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!MiNx!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F2fee6b98-5740-402f-b84a-6e6f6193073c_1178x1179.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:100}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-04-12T04:56:56.801Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/015aba20-1a86-4d2c-aa54-9a25930d0641_2100x1485.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/p/warum-wir-nicht-von-faschismus-sprechen&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:193940851,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:20,&quot;comment_count&quot;:7,&quot;publication_id&quot;:4369993,&quot;publication_name&quot;:&quot;&#220;ber Rechts&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mEqs!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8364cf34-6b02-45d4-a5fc-39e0594aa1fc_1000x1000.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p>Aufgrund der abwertenden Dimension gibt es auch heute noch eine rhetorische Versuchung, auf das Wort Faschismus zur&#252;ckzugreifen. Ein Begriff, der den &#228;u&#223;ersten moralischen Ausschluss markiert, zieht deshalb tendenziell einen inflation&#228;ren Gebrauch auf sich: je st&#228;rker die moralische Ladung, desto gr&#246;&#223;er der Anreiz, ihn gegen alles einzusetzen, was man verdammen will. Aber die historische Pr&#228;zision und die moralische &#220;berladung stehen in einem Widerspruch, den der Begriff auf Dauer nicht aush&#228;lt.</p><p>Linke Theoretiker haben das in den vergangenen Jahren registriert und auch deshalb den Begriff der &#8222;Faschisierung&#8220; angeboten: Faschisierung als Prozess, als das Hineingleiten in faschistische Verh&#228;ltnisse noch vor &#220;berschreitung der historischen Schwelle, die seine Existenz f&#252;r alle sichtbar macht; Faschisierung als das &#8222;Changieren zwischen einem Gerade-Noch demokratischer Regelung und dem Noch-Nicht faschistischer Politik&#8220;, wie es <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/522410.faschismusdefinition-ein-griff-um-die-dinge-zu-bewegen.html">der Faschismusforscher Klaus Weber nennt</a>. Das ist nicht unklug, gel&#246;st ist das Problem damit aber noch nicht. Denn wenn jede autorit&#228;re Versch&#228;rfung und jede Austerit&#228;tspolitik als Schritt zur Faschisierung gilt, geht die Trennsch&#228;rfe trotzdem verloren. Gewonnen hat man zwar ein Spektrum statt eines Schwarz/Wei&#223;-Bilds, doch auf diesem l&#228;sst sich immer noch alles rechts der Mitte einordnen.</p><h3><strong>Pantisanos Faschismus-Definition</strong></h3><p>Pantisanos Aussagen zeigen genau dieses Problem. Nach dem Parteitag wurde er im Interview mit dem ZDF-Magazin Berlin Direkt noch einmal nach seinem &#8222;recht freih&#228;ndigen&#8220; Umgang mit dem Faschismusbegriff gefragt und um eine etwas genauere Definition gebeten. Pantisano antwortete:</p><blockquote><p>&#8222;Naja, ich w&#252;rde definieren, dass Politiken der AfD beispielsweise in Sachsen-Anhalt faschistische Z&#252;ge tr&#228;gt, die zum Beispiel an die Zeiten der Euthanasie in Deutschland erinnern lassen. Und wenn ein CDU-Fraktionsvorsitzender kumpelt mit dem Spitzenkandidaten der AfD dann bereitet mir das gro&#223;e Sorgen.&#8220;</p></blockquote><p>Auf eine Anfrage von <em>&#220;ber Rechts</em>, was der neue Parteivorsitzende mit seiner Aussage genau meinte, antwortete Pantisano, er beziehe sich dabei &#8222;auf die Abschaffung der Inklusion&#8220;. In <a href="https://afd-regierungsprogramm.de/">dem Programm der AfD</a> findet sich tats&#228;chlich die Forderung, behinderte Kinder an F&#246;rderschulen zu unterrichten, statt sie in den Regelbetrieb zu integrieren. (Daneben will die Partei die Zahl der Behindertenparkpl&#228;tze reduzieren.)  Die Trennung von behinderten und nicht-behinderten Kindern folgt tats&#228;chlich einer Aussonderungslogik, aber sie ist weit entfernt von der massenhaften Euthanasie von Menschen mit Behinderung, die im deutschen Kontext mit der Aktion T4, bei der die Nationalsozialisten bis zu 70.000 Menschen get&#246;tet haben, verbunden ist. Dass die AfD also eine tendenziell behindertenfeindliche Politik verfolgt, d&#252;rfte kaum jemand ernsthaft bezweifeln &#8211; aber macht sie das faschistisch?</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><h3><strong>Das analytische Defizit hinter dem Faschismus-Begriff</strong></h3><p>Der analytische Fehler folgt dabei durchaus einer gewissen Logik: Die linken Faschismus-Warner belegen zun&#228;chst die AfD mit dem Begriff, dann stellen sie Gemeinsamkeiten mit der CDU fest und schlie&#223;en daraus, dass auch letztere in dieselbe Kategorie geh&#246;rt. Dass es (insbesondere im Bereich der Migrations- und Sicherheitspolitik) immer wieder inhaltliche &#220;berschneidungen zwischen AfD und CDU gibt; dass die CDU etwa im Kampf gegen Antisemitismus zunehmend bereit ist, autorit&#228;re Mittel einzusetzen; dass die CDU im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik bereit ist, den Menschen eine gewisse H&#228;rte zuzumuten &#8211; all das ist unbestritten.</p><p>Dass es sich dabei allerdings schon um Faschismus (oder den Weg dorthin) handelt, konnte bislang niemand plausibel machen. Und deshalb braucht es immer wieder den Umweg &#252;ber eine potenzielle Zusammenarbeit der CDU mit der AfD, die nun auch Pantisano in den Mittelpunkt seiner Verteidigung stellt, wenn er sagt, ihm sei es nur darum gegangen, seine Sorge vor den Kumpeleien zwischen den Christdemokraten und der Rechtsau&#223;en-Partei zum Ausdruck zu bringen.</p><p>Damit d&#252;rfte er allerdings die Kooperationsperspektive mit der CDU in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig besch&#228;digt haben. Dort werden nach den Herbstwahlen m&#246;glicherweise B&#252;ndnisse zwischen Linken und CDU n&#246;tig sein, um eine AfD-Regierungsbeteiligung zu verhindern. Fast zeitgleich mit seinem Faschismus-Vorwurf hatte Pantisano sich &#252;brigens in einem ARD-Interview noch f&#252;r eben diese Zusammenarbeit ausgesprochen.</p><p>Hinter dem Scheitern der Faschismusrhetorik steckt also ein reales analytisches Defizit. Der Faschismusbegriff ist analytisch zu vieldeutig, um als allgemeines Verdikt zu funktionieren; gleichzeitig ist er zu moralisch aufgeladen, um analytisch pr&#228;zise zu bleiben. Was die gegenw&#228;rtige Rechte in ihren verschiedenen Auspr&#228;gungen will und ist, l&#228;sst sich beschreiben. Der Faschismusbegriff hilft dabei nicht.<span> </span>Und so zeigt sich an diesem Wochenende erneut, wie ungeeignet der Faschismusbegriff nicht nur ist, um die K&#228;mpfe der Gegenwart zu verstehen &#8211; er ist es erst Recht, um sie auszutragen.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kumpelei zwischen AfD & CDU: Die glattzuspachtelnde Wirklichkeit]]></title><description><![CDATA[Der CDU-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt liegt lachend im Arm von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Die Reaktion der CDU zeigt, wie br&#246;ckelig die Strategie der Partei inzwischen ist.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/heuer-siegmund-kumpelei-zwischen-afd-und-cdu</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/heuer-siegmund-kumpelei-zwischen-afd-und-cdu</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Tue, 16 Jun 2026 07:50:53 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/00f4ffec-297f-4571-9eae-e72a4d5d656d_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Vermieter kennen diesen Trick: Kurz bevor potenzielle Neumieter eine leere Altbauwohnung betreten, werden noch schnell die Risse in der Wand gekittet, mit dem Spachtel glattgezogen und anschlie&#223;end mit wei&#223;er Farbe &#252;berpinselt. F&#252;r den Moment sieht die Wand aus wie neu. Doch der Riss wird bald wieder an derselben Stelle sichtbar. Daf&#252;r braucht es nur eine kleine Bewegung im Mauerwerk, das ja unver&#228;ndert bleibt.</p><p>Die CDU in Sachsen-Anhalt erlebte vor ein paar Tagen eine solche Bewegung. Bei einer Veranstaltung griff Guido Heuer, Chef der CDU-Landtagsfraktion, zum Mikrofon und lag dabei lachend mehr oder weniger in den Armen von AfD-Landeschef Ulrich Siegmund. Ein Foto entstand und machte schnell die Runde. Heuer versuchte, die Szene wieder einzufangen und erkl&#228;rte, das Foto sei lediglich im falschen Moment entstanden. Er habe ein Mikrofon gebraucht, weil er Siegmund widersprechen wollte. Auch CDU-Ministerpr&#228;sident Sven Schulze gab sich gelassen: &#8222;Man sollte das Foto nicht &#252;berbewerten&#8220;, sagte er am Rande des Landesparteitags seiner Partei am Wochenende.</p><h3><strong>Ein Video zerst&#246;rt die offizielle Version</strong></h3><p>Negative Presse ist im Augenblick so ziemlich das Letzte, was die CDU in Sachsen-Anhalt gebrauchen kann, liegt sie doch in den Umfragen weit hinter der AfD. Doch noch bevor die Krisenkommunikation von Heuer und Schulze richtig verfangen konnte, tauchte ein Video auf, das die ganze Szene zeigte &#8211; und Heuers Erkl&#228;rung ad absurdum f&#252;hrte.</p><p>Heuers Widerspruch bestand tats&#228;chlich nur darin, sich von seiner eigenen Partei zu distanzieren und klarzustellen, dass er noch nie im Bundestag gesessen habe. Als Siegmund weitersprach, griff Heuer noch einmal ins Mikrofon, um weiterzuscherzen: Das defekte Ger&#228;t sei wohl das &#8222;Altparteien-Telefon&#8220; Siegmund stieg sofort ein: &#8222;Da war vielleicht der Verfassungsschutz direkt mit drinne!&#8221;</p><h3><strong>Das Machtwort von Friedrich Merz</strong></h3><p>Die Szene, ebenso wie das anschlie&#223;ende Herumlavieren des CDU-Vorsitzenden, zeigt, wie notd&#252;rftig und oberfl&#228;chlich hier verspachtelt wurde. Offiziell muss man sich in Sachsen-Anhalt energisch von der AfD abgrenzen, mit der man wohl eigentlich ganz gut k&#246;nnte. Offiziell darf kein Zweifel an der Brandmauer aufkommen, die man vermutlich selbst als ziemlich beschr&#228;nkend empfindet. All das darf nicht sichtbar werden, weil die Bundes-CDU sich eindeutig festgelegt hat, allen voran Kanzler und Parteichef Friedrich Merz. Er war es, <a href="https://www.ueberrechts.de/p/die-brandmauer-ist-nicht-links">der den Begriff von der Brandmauer &#252;berhaupt popularisiert hat</a>. Ende 2021 bekr&#228;ftigte er in einem Interview mit dem Spiegel nicht nur die Abgrenzung zur AfD, sondern sprach auch eine Drohung an die eigene Partei aus: &#8222;Die Landesverb&#228;nde, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am n&#228;chsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.&#8220;</p><h3><strong>Als die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD flirtete</strong></h3><p>Wen Merz damit genau meinte, ist nicht bekannt. Ziemlich wahrscheinlich ist aber, dass die Drohung vor allem in Richtung Sachsen-Anhalt ging. Dort soll ziemlich genau ein Jahr zuvor der damalige CDU-Innenminister Holger Stahlknecht auf die AfD zugegangen sein, um eine m&#246;gliche Tolerierung einer CDU-Minderheitsregierung auszuloten. Stahlknecht wurde nicht nur zur&#252;ckgepfiffen, sondern entmachtet. Er verlor sein Ministeramt und auch den Landesvorsitz. Seine politische Karriere war damit beendet, obwohl er als m&#246;glicher Nachfolger des beliebten Ministerpr&#228;sidenten Reiner Haselhoff galt.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Die Entlassung und das Machtwort von Merz zeigten Wirkung: Seitdem sind aus der CDU in Sachsen-Anhalt kaum offene Sympathiebekundungen f&#252;r die AfD zu vernehmen. Unwahrscheinlich ist aber, dass es sie auf Ebene der Landes-CDU und der Landtagsfraktion nicht gibt. Gerade aus Sachsen-Anhalt kamen immer wieder Stimmen, die sich zumindest mittelbar f&#252;r eine Normalisierung des Verh&#228;ltnisses zur AfD einsetzten. Am bekanntesten &#8211; neben Holger Stahlknecht &#8211; sind Lars-J&#246;rn Zimmer und Ulrich Thomas. 2019 sorgten sie mit einem Grundsatzpapier f&#252;r Aufsehen, in dem sich die beiden damaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden mit der AfD befassten. W&#228;hler von CDU und AfD h&#228;tten &#228;hnliche Ziele, die Mehrheit in Deutschland sei konservativ, doch die CDU verprelle ihre W&#228;hler, weil sie immer nur mit Linken zusammenarbeite. Es sei ein Fehler, die Sehnsucht nach Heimat nicht verteidigt zu haben. Der CDU m&#252;sse es wieder gelingen, &#8222;das Soziale mit dem Nationalen zu vers&#246;hnen&#8220;.</p><p>Thomas sprach sich damals auch &#246;ffentlich daf&#252;r aus, eine Koalition mit er AfD nicht f&#252;r alle Zeit auszuschlie&#223;en. Nach dem Stahlknecht-Aus hielten sich beide Politiker deutlich zur&#252;ck. Ihre Namen finden sich auf Platz vier und sechs der CDU-Landesliste f&#252;r die anstehende Landtagswahl. Man ahnt, wo sich beide positionieren w&#252;rden, g&#228;be es in der Union eine offen gef&#252;hrte Debatte zum Verh&#228;ltnis zur AfD.</p><h3><strong>Der Druck auf das Mauerwerk</strong></h3><p>Merz&#8216; Machtwort von einst hallt also noch immer nach. Aber in jenen kurzen Sekunden, in denen der CDU-Fraktionschef mit dem AfD-Chef auf offener B&#252;hne kumpelt, wird der Riss sichtbar. Auch deshalb, weil zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl der Druck auf das Mauerwerk so heftig ist wie nie. Wie soll eine Brandmauer halten, wenn keine Mehrheit ohne AfD oder Linke in Sicht ist, zu der es, beschlossen durch den Bundesparteitag, ebenfalls formal eine Brandmauer gibt?</p><p>Die CDU weigert sich seit einiger Zeit, eine neue Positionierung zu entwickeln, die dieser Realit&#228;t im Osten gerecht wird. Daf&#252;r m&#252;sste sie entweder die Kooperationsweigerung gegen&#252;ber der Linken kippen oder sich zur AfD hin &#246;ffnen. Indem sie beides nicht tut, verlangt die Bundes-CDU von ihren Ostverb&#228;nden, eine Fassade aufrechtzuerhalten, hinter der keine belastbare Grundlage mehr steht. Dass die Verb&#228;nde dann in der Realit&#228;t wiederum eher zu einer Zusammenarbeit mit der immens starken AfD neigen, ist keine &#220;berraschung.</p><h3><strong>Eine Fassade ohne Fundament</strong></h3><p>Das Problem reicht &#252;ber die CDU hinaus. Die Podiumsdiskussion in Sachsen-Anhalt wurde vom &#8222;Liberalen Mittelstand&#8221; veranstaltet, einer Vorfeldorganisation der FDP. Auch sie hatte die AfD eingeladen. Der Bundesvorstand reagierte mit &#8222;gro&#223;er Irritation&#8221; und bat um eine schriftliche Stellungnahme. Das Muster ist dasselbe: Bundesverb&#228;nde, die eine Abgrenzungsnorm formulieren, die ihre eigenen Landesverb&#228;nde unter realen politischen Bedingungen nicht einhalten k&#246;nnen oder wollen.</p><p>Solange die CDU keine Positionierung entwickelt, die der ver&#228;nderten Machtkonstellation im Osten Rechnung tr&#228;gt, wird sie weitere Momente bekommen, in denen der Riss sichtbar wird zwischen dem, was sie &#246;ffentlich behauptet, und dem, was politisch offenbar l&#228;ngst gedacht wird. Dass sie die Fassade der Brandmauer aufrechterhalten will, um die AfD nicht an die Macht kommen zu lassen, ist ein hehres Ziel. Aber dieses Ziel l&#228;sst sich kaum erreichen, wenn man die Widerspr&#252;che immer nur notd&#252;rftig verspachtelt und jedes Mal aufs Neue hofft, die Spachtelmasse m&#246;ge diesmal halten.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was käme nach einem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt?]]></title><description><![CDATA[Die AfD will in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreichen und die Umfragen zeigen sie auf dem besten Weg dorthin. Was w&#252;rde das bedeuten? Und wollen &#252;berhaupt alle in der Partei regieren?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/was-kommt-nach-einem-sieg-der-afd-sachsen-anhalt</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/was-kommt-nach-einem-sieg-der-afd-sachsen-anhalt</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 08:32:09 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/201420074/60135aa29d3f3a264a4a19d4fe46191f.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die AfD will in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreichen und die Umfragen zeigen sie auf dem besten Weg dorthin:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4A7C!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb0812b6d-28f8-4ca7-aa3d-a0a58e0e267c_3996x1730.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4A7C!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb0812b6d-28f8-4ca7-aa3d-a0a58e0e267c_3996x1730.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4A7C!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb0812b6d-28f8-4ca7-aa3d-a0a58e0e267c_3996x1730.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4A7C!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb0812b6d-28f8-4ca7-aa3d-a0a58e0e267c_3996x1730.png 1272w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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Das radikale &#8222;Regierungsprogramm&#8220; gibt schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was die Strategen der Partei planen. Mit dem Motto &#8222;Alles ist m&#246;glich!&#8221; steht die Kampagne des Landesverbands f&#252;r einen Politikmodus, der auch den anderen Parteien zu denken geben m&#252;sste. W&#228;hrend der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf die Verbindung von Charisma und radikalem Ver&#228;nderungsversprechen setzt, geht es den meisten anderen Parteien blo&#223; darum, irgendwie in den Landtag zu kommen. </p><p>Geht es so weiter, k&#246;nnte die AfD also im Herbst in die Staatskanzlei in Magdeburg einziehen. Aber w&#228;ren wirklich alle in der Partei begeistert von dieser AfD an der Macht? Manch einer f&#252;rchtet schon jetzt, dass das der Rechtsau&#223;en-Partei auch schaden k&#246;nnte. Wir sprechen in dieser Folge dar&#252;ber, woran das liegt und was das f&#252;r die anderen Parteien bedeutet.</p><p>Diese Folge ist eine Kooperation mit dem <a href="https://dissenspodcast.de/">Dissens-Podcast</a> von Lukas Ondreka, wo die Folge ebenfalls zu h&#246;ren ist. Bei &#220;ber Rechts ver&#246;ffentlichen wir jeden Monat mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Brandmauer ist nicht links]]></title><description><![CDATA[Die Brandmauer zur AfD gilt vielen als demokratische Mindestbedingung. Doch gerade f&#252;r Linke ist sie ein ambivalentes Konzept: Sie steht in einer fragw&#252;rdigen Tradition &#8211; und k&#246;nnte schaden.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/die-brandmauer-ist-nicht-links</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/die-brandmauer-ist-nicht-links</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 05 Jun 2026 14:37:30 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/af06261b-3bfd-4af1-8088-a4391be05ac3_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Carsten Linnemann gut ausgeleuchtet in einem Fernsehstudio sitzt, gibt es oft etwas zu h&#246;ren. Der CDU-Generalsekret&#228;r z&#228;hlt zu jenem Typ Politiker, der demonstrativ kein Blatt vor den Mund nimmt. Er sieht sich gern als Klartext-Sprecher, kein abgehobener Funktion&#228;r der Berliner Blase, sondern einer aus dem Volk. Dieses Image verf&#228;ngt l&#228;ngst nicht bei allen, zu gek&#252;nstelt wirkt es oft, wenn Linnemann spricht. Und doch versteht er es, Aufreger zu liefern, die provozieren &#8211; mal die AfD, oft aber auch das Mitte-Links-Lager.</p><p>Der aktuelle Aufreger dreht sich um ein Interview, das Linnemann am Donnerstag im Fernsehstudio von WELT gegeben hat. Darin wird er nach der Brandmauer gefragt. Die Frage wird Politikern der Union seit gut vier Jahren &#8211; seitdem die AfD in den Umfragen nach oben kletterte &#8211; immer wieder gestellt: Wie h&#228;ltst du es mit der Brandmauer?</p><p>Linnemanns Antwort:</p><blockquote><p>&#8222;Der Begriff Brandmauer, das ist ein linker Begriff, der hat in den letzten Jahren die politische Debatte vergiftet in Deutschland. Warum? Weil da gibt es welche, die sind auf der einen Seite auf der Brandmauer und es gibt welche, die sind auf der anderen Seite. Auf der anderen Seite sind mehrere Parteien. Die werden dann zusammen gesehen und egal, was wir sagen. Ja, dann sagt die andere Partei: Nein. Und dann gibt es immer Menschen, die sagen, dann bin ich bei den Menschen, die auf der anderen Seite der Brandmauer sind.&#8220;</p></blockquote><p>Dann passierte das, was Linnemann sich erhofft haben d&#252;rfte: WELT <a href="https://www.welt.de/videos/video6a210e4baa3fa782d14711c9/carsten-linneman-der-linke-begriff-brandmauer-hat-die-politische-debatte-vergiftet.html">&#252;berschrieb</a> das 15-min&#252;tige Interview mit Linnemanns Aussage zur Brandmauer und prompt machte sie ihre Runde in den sozialen Medien. So klein und fast allt&#228;glich die Aufregung ist, so paradigmatisch ist sie f&#252;r die seit Jahren andauernde Debatte &#252;ber den Umgang mit der AfD.</p><p>Dabei ist Linnemanns Aussage falsch und richtig zugleich. Falsch, weil der Begriff der Brandmauer von Friedrich Merz popul&#228;r gemacht wurde, nicht von Linken. Richtig, weil die Linke sich den Begriff offensiv aneignete &#8211; und dar&#252;ber st&#252;rzen k&#246;nnte.</p><h3><strong>Wie Friedrich Merz den Begriff der Brandmauer popularisiert hat</strong></h3><p>Der Reihe nach. Seit Gr&#252;ndung der AfD wird &#252;ber Abgrenzungen, Kooperationsverbote und den Ausschluss gemeinsamer Mehrheiten diskutiert. Der Begriff der Brandmauer taucht in den Jahren nach der Gr&#252;ndung zun&#228;chst allenfalls gelegentlich auf, vermehrt dann ab 2020 auf. Damals lie&#223; sich in Th&#252;ringen der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen von FDP, CDU und AfD zum Ministerpr&#228;sidenten w&#228;hlen. Kurz darauf kam es in Sachsen-Anhalt beinahe zu einem Koalitionsbruch, weil Teile der Landes-CDU auf eine Zusammenarbeit mit der AfD zusteuerten.</p><p>So richtig gro&#223; aber machte den Begriff Friedrich Merz Ende 2021. &#8222;Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben&#8220;, sagte Merz im Dezember 2021 dem <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-geht-auf-angela-merkel-zu-a-86dd9f24-51b1-4df8-b509-923bfca2e2fb">Spiegel</a>, kurz nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Diese Ansage richtete sich vor allem an die CDU im Osten: &#8222;Die Landesverb&#228;nde, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am n&#228;chsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.&#8220; Seitdem ist der Begriff endg&#252;ltig gesetzt und pr&#228;gt die politische Debatte, sobald es um das Verh&#228;ltnis zur AfD geht.</p><h3><strong>Die Aneignung der Brandmauer von links</strong></h3><p>Auch wenn der Begriff der Brandmauer also kein linker Begriff ist, versucht die Union-Spitze ihn seit einiger Zeit zu vermeiden. Dahinter steckt wohl weniger das Kalk&#252;l, endlich offen mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen, als die Erfahrung, dass sich der Begriff als Bumerang erwiesen hat.</p><p>Diese Erfahrung machte die Union auf der Zielgeraden des Bundestagswahlkampfs 2025, als sie im Bundestag einen migrationspolitischen Entschlie&#223;ungsantrag mit Stimmen der AfD durchsetzte. Ein anschlie&#223;ender Entwurf f&#252;r ein &#8222;Zustrombegrenzungsgesetz&#8220; scheiterte trotz Zustimmung der AfD. SPD, Gr&#252;ne und Linke fokussierten daraufhin in der hei&#223;en Phase des Wahlkampfs auf die Brandmauer-Frage. Die Scholz-SPD versuchte Merz als unzuverl&#228;ssigen, rechtsoffenen Kanzlerkandidaten darzustellen. Habecks Gr&#252;ne warnten vor einer Normalisierung der AfD und warben zugleich als seri&#246;serer Koalitionspartner f&#252;r Schwarz-Gr&#252;n. Allen voran konnte sich Die Linke als glaubw&#252;rdige Kraft gegen rechts in Szene setzen und den bereits vorher einsetzenden Aufschwung in den Umfragen f&#252;r ihr politisches Comeback nutzen.</p><p>Im Zuge dieser Diskussionen kam es zu Massendemonstrationen, die sich nicht nur gegen die AfD, sondern auch explizit gegen die Union richteten. In diesem Sinne wurde aus dem einst von Merz popularisierten Konzept der Brandmauer gegen die AfD tats&#228;chlich ein Instrument, das von linkeren Parteien und Bewegungen offensiv gegen die Union gewendet wurde.</p><p>Ich war in diesen Wochen h&#228;ufiger im Bundestag unterwegs und habe mit vielen Unionspolitikern gesprochen. Selbst eher liberale Abgeordnete der Union zeigten sich &#252;berrascht bis schockiert &#252;ber den Gegenwind gegen die eigene Partei &#8211; zum Teil von denselben Leuten, mit denen man noch ein Jahr zuvor nach der Correctiv-Recherche zum Remigrationstreffen gegen die AfD demonstriert hatte. Diese Erfahrung, auf einmal selbst als Treiber des Rechtsrucks zu gelten, war durch das Abstimmungsverhalten im Bundestag selbstverschuldet, aber sie pr&#228;gte die Union. Linnemanns Aussage, die Brandmauer sei ein linkes Konzept, l&#228;sst sich als Zeugnis dieser Erfahrung lesen.</p><h3><strong>Das Konzept der wehrhaften Demokratie und dessen extremismustheoretische Rahmung</strong></h3><p>Das Konzept der Brandmauer steht in engem Zusammenhang mit dem der &#8222;wehrhaften Demokratie&#8220;. Diese meint im engeren Sinne, dass der demokratische Staat sich gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen zur Wehr setzen kann &#8211; etwa durch die Beobachtung des Verfassungsschutzes, durch die Verwirkung einzelner Grundrechte, durch den Ausschluss verfassungsfeindlicher Parteien von der staatlichen Parteienfinanzierung oder, als sch&#228;rfstes Mittel, durch ein Parteiverbot.</p><p>Die Brandmauer zur AfD folgt dieser Logik nicht rechtlich, aber politisch. Sie verlagert den Schutz der parlamentarischen Demokratie in den Bereich der politischen Abgrenzung. Nicht der Staat greift unmittelbar ein, sondern Parteien verpflichten sich durch Selbstbindung, nicht mit Parteien zusammenzuarbeiten, die die parlamentarische Demokratie gef&#228;hrden. Die Brandmauer ist also keine staatliche Ma&#223;nahme der wehrhaften Demokratie, &#252;bernimmt aber deren Ziel, die freiheitliche demokratische Grundordnung vor ihren Feinden zu sch&#252;zen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Die praktische Umsetzung der wehrhaften Demokratie ist in der Bundesrepublik nicht ohne die Extremismuslogik als zentrales Deutungsschema zu denken, mit dem der Staat seit den 1970er Jahren Gef&#228;hrder f&#252;r die Demokratie kategorisiert. Demnach gibt es eine demokratische Mitte und mehrere Extreme, die sich au&#223;erhalb des zu sch&#252;tzenden Verfassungsbogens befinden. &#8222;Die Antithese freiheitlicher Demokratie ist der politische Extremismus unterschiedlicher Richtung&#8220;, schrieben die f&#252;r Verfassungsschutz und Staat wegweisenden Extremismusforscher Uwe Backes und Eckhard Jesse <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/532841/demokratie-und-extremismus-anmerkungen-zu-einem-antithetischen-begriffspaar">Anfang der 1980er Jahre</a>. Links- und Rechtsextremismus m&#252;ssten entsprechend gleicherma&#223;en abgelehnt werden. Mehr noch: Anstatt von links und rechts sollte zuvorderst vom &#8222;grundlegenden Unterschied zwischen Demokratie und Extremismus&#8220; ausgegangen werden.</p><h3><strong>Kampf gegen &#8222;Extremismus&#8220; von rechts wie links</strong></h3><p>In der Praxis erwies sich schon lange vor Jesse und Backes, dass der Kampf gegen verfassungsfeindliche &#8222;Extremisten&#8220; in Deutschland immer auch gegen links gef&#252;hrt wird. So hat das Bundesverfassungsgericht in den 1950er Jahren nicht nur die an die NSDAP ankn&#252;pfende Sozialistische Reichspartei verboten, sondern auch die Kommunistische Partei Deutschlands. Beim sogenannten Radikalenerlass in den 1970er Jahren waren formal linke wie rechte &#8222;Extremisten&#8220; betroffen &#8211; tats&#228;chlich traf es aber &#252;berwiegend Linke. In Bayern etwa wurden zwischen 1973 und 1980 insgesamt 102 Linke <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Radikalenerlass">abgelehnt</a>, die Beamte werden wollten. Aus dem rechten Spektrum betraf das lediglich zwei Personen.</p><p>Dass die extremismustheoretische Rahmung der wehrhaften Demokratie kein Relikt des Kalten Krieges ist, zeigt sich bis heute. Auch gegenw&#228;rtig gibt es in einigen Bundesl&#228;ndern wieder Regelanfragen f&#252;r Beamtenanw&#228;rter und sogar Angestellte des &#246;ffentlichen Diensts. Auf den Listen extremistischer Organisationen, bei denen genauer hingesehen wird, wenn ein Bewerber Verbindungen aufweist, finden sich etwa in <a href="https://www.freitag.de/autoren/sebastian-friedrich/antifa-raus-aus-der-kita-rheinland-pfalz-verschaerft-zugang-zum-staatsdienst">Rheinland-Pfalz</a> Organisationen wie &#8222;Die Heimat&#8220;, &#8222;Der III. Weg&#8220;, die &#8222;Identit&#228;re Bewegung Deutschland&#8220; und die AfD sowie Organisationen aus dem Bereich Islamismus. Daneben steht aber auch eine lange Liste von Organisationen, die als linksextrem gelten: die anarchosyndikalistische FAU-Gewerkschaft, die DKP, die SDAJ, Migrantifa Rhein-Main, die Interventionistische Linke, das Ums-Ganze-B&#252;ndnis sowie in der Linkspartei aktive trotzkistische Netzwerke wie Marx21, SAV und SOL.</p><h3><strong>Der Unvereinbarkeitsbeschluss der Union</strong></h3><p>Der wehrhaft-demokratische Kampf gegen rechts ist also auch heute noch einer, der sich potenziell genauso gegen links richtet. Das beschr&#228;nkt sich keineswegs nur auf staatliche Institutionen, sondern zeigt sich auch bei der Brandmauer. Drei Jahre bevor Friedrich Merz den Begriff in der politischen Auseinandersetzung verankerte, beschloss die CDU auf ihrem Bundesparteitag 2018 in Hamburg einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Er lautete im <a href="https://archiv.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/sonstige_beschluesse_31_parteitag.pdf">Wortlaut</a>, dass die CDU &#8222;Koalitionen und &#228;hnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative f&#252;r Deutschland ablehnt&#8220;. Entsprechend betont die CDU bis heute, dass die Brandmauer sowohl f&#252;r die AfD als auch f&#252;r Die Linke gelte.</p><p>Der Bezug auf die Brandmauer war f&#252;r Linke also schon immer ambivalent. Trotz erfolgreicher Aneignungen, insbesondere w&#228;hrend des Bundestagswahlkampfs, drohen sie schnell selbst ins Visier der Verteidiger der Brandmauer zu geraten. Der Satz &#8222;keine Zusammenarbeit mit Extremisten&#8220; klingt, als sei er gegen die AfD gerichtet. In der politischen Praxis richtete er sich aber immer auch nach links.</p><h3><strong>Der potenzielle langfristige Schaden der Brandmauer f&#252;r Linke</strong></h3><p>Wirft man nochmal einen Blick auf das Linnemann-Interview, dann wird eine weitere Dimension deutlich, wenn er kritisiert, dass die CDU durch die Brandmauer in ein gemeinsames Lager mit SPD, Gr&#252;nen und Linken eingeordnet wird: &#8222;Und dann gibt es immer Menschen, die sagen, dann bin ich bei den Menschen, die auf der anderen Seite der Brandmauer sind.&#8220; Der AfD gelinge es also durch die Brandmauer, sich als einzig echte Opposition zu inszenieren. Die Brandmauer verdecke, so kann man Linnemann verstehen, die tats&#228;chlichen inhaltlichen Unterschiede zwischen den Parteien. Anders gesagt: Die Konfliktachse &#8222;Demokratische Parteien vs. AfD&#8220; &#252;berlagert alle anderen Konflikte.</p><p>Das Problem, das Linnemann hier beschreibt, betrifft nicht nur die Union. Denn so hochpolitisiert seit Jahren &#252;ber die Brandmauer diskutiert wird, so wenig stehen tats&#228;chliche gegens&#228;tzliche Modelle zur Bearbeitung oder gar &#220;berwindung der Krisen unserer Zeit zur Debatte. Einerseits wird st&#228;ndig &#252;berall &#252;ber Politik diskutiert: in Talkshows, in sozialen Medien, in Podcasts, im Alltag vieler Menschen. Andererseits dominiert eine gewisse Resignation, weil tats&#228;chliche Alternativen zum Status quo blockiert scheinen. &#220;ber alles wird gestritten, nichts scheint ver&#228;nderbar.</p><p>Die Brandmauer ist daf&#252;r ein gutes Beispiel. Es ist aus linker Sicht nat&#252;rlich richtig, rechtsradikale Kr&#228;fte von der Macht abzuhalten. Aber so hilfreich die Brandmauer dabei auch sein mag, ein politisches Projekt ist sie nicht. Auch f&#252;r viele Linke verl&#228;uft die entscheidende Konfliktlinie unserer Zeit zunehmend zwischen den demokratischen Parteien und der AfD. Diese Grenzziehung wird zum Problem, weil dadurch alle anderen Konflikte ersetzt werden.</p><h3><strong>Die Brandmauer hat den Aufstieg der AfD nicht verhindert</strong></h3><p>So k&#246;nnte sich das Konzept der Brandmauer trotz kurzfristiger Erfolge bei der Bundestagswahl f&#252;r Linke langfristig als Problem erweisen. Zum einen geraten politische Alternativen zum Status quo &#8211; eine andere Wirtschaftsform, wenigstens eine sozial-&#246;kologische Form der Modernisierung &#8211; kaum noch in den Blick. Zum anderen erscheint ausgerechnet die AfD als Gegenpol zum Establishment. Obwohl sie, einmal an der Macht, wohl blo&#223; als rechtsradikaler Kettenhund eines zunehmend autorit&#228;ren Kapitalismus fungieren w&#252;rde.</p><p>Als Friedrich Merz den Begriff Ende 2021 popularisierte, stand die Partei bei elf Prozent. Dass die Partei seither deutlich zugelegt hat, liegt nicht allein an der Brandmauer, aber sie hat dazu beigetragen, dass sich die AfD als einziger Gegenpol inszenieren konnte, w&#228;hrend alle anderen Parteien als Block erscheinen. Vielleicht erweist sich die Brandmauer irgendwann im R&#252;ckblick deshalb nicht als linkes Konzept, auch nicht einfach als eines von Friedrich Merz, sondern als ein Konzept, das vor allem der AfD genutzt hat.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ein Richtungsstreit beim FDP-Parteitag – oder doch nicht?]]></title><description><![CDATA[Die FDP liegt am Boden, bei ihrem Parteitag streitet sie &#252;ber den richtigen Kurs. Tats&#228;chlich sind es nur zwei Varianten derselben Strategie.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/fdp-parteitag-2026</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/fdp-parteitag-2026</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Sat, 30 May 2026 17:39:34 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f3487768-18a7-48f8-9212-f813302f1796_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende haben die Delegierten doch noch eine Wahl. Lange sieht es nicht danach aus. Nachdem der NRW-Landesvorsitzende Henning H&#246;ne seine Kandidatur zur&#252;ckgezogen hatte, steht Wolfgang Kubicki als einziger Kandidat f&#252;r den Vorsitz der am Boden liegenden FDP fest. Entsprechend pl&#228;tschert dieser Parteitag in den ersten Stunden gr&#246;&#223;tenteils vor sich hin, immer wieder muss das Pr&#228;sidium die Delegierten ermahnen, den Rednerinnen und Rednern zuzuh&#246;ren. Viele tummeln sich im Vorraum der Halle, in der <em>Philip Morris International</em> seine neuesten E-Zigaretten anbietet und man am Stand der Waffenfachh&#228;ndler mal ein Gewehr in die Hand nehmen kann.</p><p>Erst als die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann sich pl&#246;tzlich bereit erkl&#228;rt, gegen Kubicki anzutreten, passiert etwas im Saal. Nach wenigen Minuten sind nicht nur die vielen vorher leergebliebenen Pl&#228;tze besetzt, bis zum Rand der Halle dr&#228;ngen sich nun die Zuschauer. Wie spontan die Kandidatur ist, wird dabei in Gespr&#228;chen schnell bezweifelt. Nicht nur wegen ihrer vorbereiteten 40-min&#252;tigen Rede, sondern weil hinter ihr eine organisierte Gruppe steht: 33 Delegierte mussten erst schriftlich ihre Unterst&#252;tzung einreichen, um das Quorum der Parteisatzung zu erf&#252;llen.</p><p>W&#228;hrend der Reden ist kaum auszumachen, wer die Nase vorne hat: F&#252;r beide gibt es viel Applaus, bei Strack-Zimmermann zus&#228;tzlich vereinzelte Buhrufe. Bei der Abstimmung holt sie dann 259 Stimmen und damit 39,3 Prozent. Kubicki gewinnt mit 390 von 658 Stimmen, erreicht also 59,3 Prozent. Es ist also kein knappes Rennen, aber ein Achtungserfolg f&#252;r die Verliererin: Fast vier von zehn Delegierten sind bereit, sich gegen den vermeintlich alternativlosen Vorsitzenden zu stellen. F&#252;r die n&#228;chsten zw&#246;lf Monate hat damit der Krawall-Liberalismus gewonnen.</p><p>Widerstand gegen Kubickis Kurs regt sich an diesem Morgen aber schon vereinzelt vor der Gegenkandidatur. Die fr&#252;here Bundestagsabgeordnete Carina Konrad ruft unter Applaus, was die FDP aus ihrer Sicht ausmache: &#8222;Wir sind eine staatstragende Partei!&#8220;, anders als die AfD, mit der es deshalb keinerlei Zusammenarbeit geben d&#252;rfe. Konstantin Kuhle, bis vor Kurzem ebenfalls im Bundestag, zeigt sich ebenfalls unter Jubel &#8222;irritiert &#252;ber die Lockerungss&#252;bungen zur AfD&#8220; und wirbt f&#252;r eine &#8222;liberale Partei ohne Schaum vorm Mund&#8220;. Auch das zielt unmissverst&#228;ndlich auf den Kommunikationsstil des designierten Vorsitzenden.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg" width="556" height="444.8763736263736" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:1165,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:556,&quot;bytes&quot;:1145951,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/i/199890760?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!57qQ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb9cb2f89-c65b-4554-9fee-36164a240308_2797x2238.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">&#8222;Peng Peng&#8220; macht der Liberalismus!</figcaption></figure></div><p>Der hatte zuvor in mehreren Interviews durchblicken lassen, dass er es mit der Abgrenzung nach rechts nicht so eng sieht. Die eigenen Antr&#228;ge werde man &#8222;nicht davon abh&#228;ngig machen, wer zustimmt&#8220;, sagte er bei NTV. &#8222;Die Brandmauer steht nicht in der Verfassung&#8220;, lie&#223; er mehrere Medien wissen. Im Interview mit dem Focus wollte er sogar eine gemeinsame Kanzlerwahl mit Stimmen der AfD nicht ausschlie&#223;en. Einen AfD-Kanzler w&#252;rde auch er nicht mittragen, doch das Kalk&#252;l dahinter hatte ein konservativer Kolumnist in der WELT schon bei seiner Kandidatur freudig benannt: Kubicki k&#246;nne &#8222;den Raum zwischen Union und AfD f&#252;llen&#8220;.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Strack-Zimmermann h&#228;lt an diesem Nachmittag dagegen. Die FDP sei eine &#8222;Gestaltungs- und keine Kommentierungspartei&#8220;, ruft sie bei ihrer Bewerbungsrede in den Saal, und warnt vor dem &#8222;Schulterklopfen von reaktion&#228;ren Stammtischen, die uns nie und nimmer w&#228;hlen w&#252;rden, wenn es drauf ankommt&#8220;. Der n&#252;chternere Ton kommt besonders auf den G&#228;stepl&#228;tzen gut an, dort, am Rand der Halle, gibt es immer wieder Standing Ovations, gerade viele J&#252;ngere jubeln der Kandidatin zu. Die insgesamt etwas &#228;lteren Delegierten, die im Zentrum der Halle sitzen, entscheiden sich am Ende trotzdem f&#252;r den Kurs der Zuspitzung.</p><p>Ob sie damit wirklich erfolgreich sein werden, kann man zumindest bezweifeln. Bislang ist der Raum, der so verlockend scheint &#8211; rechts der Union, links der AfD &#8211; ein politischer Friedhof. Bernd Luckes ALFA, die WerteUnion, das B&#252;ndnis Deutschland, das Team Freiheit: Sie alle wollten die vermeintliche L&#252;cke zwischen CDU und AfD besetzen, und sie alle sind schnell wieder verschwunden. Das Kalk&#252;l der Kubicki-Fraktion ist, dass das an handwerklichen Fehlern und an wenig zugkr&#228;ftigem Personal lag.</p><p>Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass das Problem struktureller ist. Dass die AfD den radikalen Rand l&#228;ngst besetzt hat. Dass man die Wut, die sie verk&#246;rpert, als Partei mit b&#252;rgerlichem Anspruch gar nicht imitieren kann, ohne einen Gro&#223;teil der W&#228;hlerschaft zu verschrecken. Die Angst ist also, dass wer sich zwischen CDU und AfD dr&#228;ngt, von beiden Seiten zerrieben wird: den Protestw&#228;hlern zu zahm, den B&#252;rgerlichen zu anr&#252;chig.</p><p>Vielleicht l&#228;sst sich aber doch festhalten, dass es an diesem Nachmittag gar nicht um eine Grundsatzentscheidung geht. Denn ihre relevanten Jahre hat die FDP unter Christian Lindner doch genau mit einer Doppelstrategie bestritten: krawallig im Auftritt, vorgeblich staatstragend, sobald es um die Macht ging. Lindner ist letztlich an diesem Widerspruch gescheitert, aber etwas anderes, als dieses Doppelspiel zu betreiben, bleibt der FDP kaum. Und so bieten die beiden Kandidaten diesen Spagat auch beide erneut feil, nur eben einmal etwas sch&#228;rfer, einmal etwas milder gew&#252;rzt.</p><p>Die FDP r&#252;ckt an diesem Tag also nicht deutlich nach rechts, sondern setzt darauf, ihren bisherigen Kurs fortzusetzen &#8211; der 74-j&#228;hrige Kubicki steht daf&#252;r letztlich wie kein Zweiter. Und genau daf&#252;r wird er gew&#228;hlt.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Eva von Redecker: Was ist faschistisch am Eigentum? (Live)]]></title><description><![CDATA[Faschismustheorien gibt es wie Sand am Meer. Umso seltener ist es aber, dass jemand eine wirklich originelle Definition des Faschismus liefert. Der Philosophin Eva von Redecker ist es gelungen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/eva-von-redecker-faschismus-phantombesitz</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/eva-von-redecker-faschismus-phantombesitz</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 29 May 2026 08:54:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/199613376/10e99d5cd79b3d80f8776affb35d6656.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Schon vor sechs Jahren hat die Philosophin Eva von Redecker in einem Buch den Begriff &#8222;Phantombesitz&#8220; vorgeschlagen, um zu begreifen, dass Menschen oder Gruppen etwas als ihr Eigentum verteidigen, das ihnen real gar nicht mehr oder nie wirklich geh&#246;rte: Meine Freiheit, mein Land, mein Schnitzel wird mir genommen &#8211; also verteidige ich es umso aggressiver. </p><p>Ausgehend von diesem Begriff setzt sich die Denkerin nun auch mit dem Faschismus auseinander. Sie schl&#228;gt vor, diesen als &#8222;liquidierende Phantombesitzverteidigung&#8220; zu begreifen. Was sie damit genau meint, und ob Faschismus wirklich ein geeigneter Begriff ist, um die Ph&#228;nomene der Gegenwart zu begreifen, das hat Sebastian bei einer Veranstaltung mit Eva von Redecker diskutiert.</p><p>Das Gespr&#228;ch ist ein Mitschnitt der Buchvorstellung, die am 21. Mai auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Schauspielhaus Hamburg stattgefunden hat. Es ging dabei um ihr neues Buch <em>Dieser Drang nach H&#228;rte. &#220;ber den neuen Faschismus, </em>das im M&#228;rz bei S. Fischer erschienen ist.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg" width="1456" height="769" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:769,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:12384705,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/i/199613376?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mgYQ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F18f599bd-57ee-4ebb-9904-9a6418b3303f_4201x2220.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Eva von Redecker: <em>Dieser Drang nach H&#228;rte. &#220;ber den neuen Faschismus, </em>S. Fischer 2026</figcaption></figure></div><p>Neben den kostenlosen Folgen unseres Podcast gibt es einmal pro Monat die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. 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Beide protestieren gegen den Rechtsruck, doch es gibt einen entscheidenden Unterschied.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/westend-grasset-zwei-verlage-rucken-nach-rechts</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/westend-grasset-zwei-verlage-rucken-nach-rechts</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Mon, 25 May 2026 14:56:45 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c0c3c6ea-9a1f-4cde-b715-822b05e91ab2_4200x2970.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich steckt die Buchbranche seit Jahren in der Krise. Umso erstaunlicher ist, wie regelm&#228;&#223;ig sie Konflikte produziert, die weit &#252;ber sie hinausweist. Gerade lassen sich gleich zwei davon besichtigen: einer in Deutschland, einer in Frankreich. In beiden L&#228;ndern stellt sich eine Gruppe von Autorinnen und Autoren &#246;ffentlich gegen ihren eigenen Verlag, in beiden F&#228;llen lautet der Vorwurf, das Haus r&#252;cke nach rechts. Der deutsche Fall hat es in die Schlagzeilen geschafft, der franz&#246;sische blieb hierzulande weitgehend unbemerkt. Es liegt nahe, beide als dasselbe Ph&#228;nomen zu lesen. Ganz falsch ist das nicht. Aber wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die beiden Proteste doch in unterschiedliche Richtungen zielen.</p><h3><strong>Der Fall Westend: Ein Buch zu viel</strong></h3><p>Beginnen wir in Deutschland. 32 Autorinnen und Autoren, darunter Gregor Gysi, die taz-Journalistin Ulrike Herrmann und der Armutsforscher Christoph Butterwegge, werfen dem Frankfurter Westend-Verlag in einem offenen Brief vor, sein Programm &#8222;bis hin zur extremen Rechten erweitert&#8220; zu haben. Anlass ist der Band &#8222;Links &#8211; Deutsch / Deutsch &#8211; Links&#8221;, herausgegeben von Julian Reichelt, dem fr&#252;heren Bild- und heutigen NIUS-Chefredakteur, und seiner Kollegin Pauline Voss. Das Buch (&#252;ber das wir auch <a href="https://www.ueberrechts.de/p/nius-buch-links-deutsch-deutsch-links">in unserer letzten Podcast-Folge gesprochen haben</a>) ist nicht der erste Titel aus dem rechten Spektrum bei Westend. 2021 erschien Wolfgang Kubickis &#8222;Die erdr&#252;ckte Freiheit&#8220;, im April 2025 Ulf Poschardts &#8222;Shitb&#252;rgertum&#8220;, das zuvor ein anderer Verlag abgelehnt hatte und das Poschardt erst im Selbstverlag vertrieb.</p><p>Die Autorinnen und Autoren betonen, diese &#214;ffnung h&#228;tten sie &#8222;im Sinne der Meinungsfreiheit&#8220; noch hingenommen. Mit dem NIUS-Band sei eine Grenze &#252;berschritten. Hier k&#228;men Publizisten einer Plattform zu Wort, die &#8222;Tag f&#252;r Tag gro&#223;e Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft&#8220;, einige Beitr&#228;ger st&#252;nden der &#8222;demokratiebedrohenden&#8220; AfD nahe. Vorschreiben wollen sie dem Verlag nichts. Sie selbst aber m&#246;chten &#8222;nicht in dieser ideologischen Nachbarschaft&#8220; auftauchen.</p><p>Sie weisen auch darauf hin, dass Westend sich bis vor Kurzem auf der eigenen Homepage noch als &#8222;Plattform f&#252;r kritische, linke Perspektiven&#8220; bezeichnete. Diese Selbstbeschreibung ist inzwischen verschwunden. Der Verlag reagierte auf den Protest (unter anderem <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">in der Berliner Zeitung</a>) demonstrativ gelassen. Viele dieser B&#252;cher habe man ohnehin kaum noch verkauft, das letzte von Gysi sei vor elf Jahren erschienen. Und statt eines vagen Bekenntnisses zur Linken st&#252;nden auf der Website nun konkrete Inhalte, f&#252;r die man stehe: Soziale Ungleichheit, Fragen von Frieden und Krieg, demokratische Teilhabe und &#246;kologische Krisen. Inwiefern das auf die B&#252;cher von Ulf Poschardt, Wolfgang Kubicki und der NIUS-Redaktion zutrifft, bleibt das Geheimnis der Verleger.</p><h3><strong>Der Fall Grasset: Wenn der Eigent&#252;mer durchregiert</strong></h3><p>In Frankreich ist der Fall bei genauerer Betrachtung etwas anders gelagert. Dort verlie&#223;en nicht 32, sondern inzwischen mehr als 200 Autorinnen und Autoren ihren Verlag, darunter Virginie Despentes, Fr&#233;d&#233;ric Beigbeder und Bernard-Henri L&#233;vy. Und es ging auch nicht um einen kleineren Verlag, sondern um Grasset, 1907 gegr&#252;ndet, seit 1954 Teil der Hachette-Gruppe &#8211; eines der gro&#223;en Traditionsh&#228;user des Landes. Ausl&#246;ser war hier kein Buch, sondern eine Personalie: Am 14. April 2026 wurde Verlagsleiter Olivier Nora abgesetzt, der das Haus 26 Jahre lang gef&#252;hrt hatte. Veranlasst hat das der neue Herr &#252;ber Hachette: der bretonische Milliard&#228;r Vincent Bollor&#233;, der seit 2023 Eigent&#252;mer der Gruppe ist.</p><p>Bollor&#233; ist, so viel war von Anfang an klar, kein gew&#246;hnlicher Verlagsbesitzer. Er steht der &#228;u&#223;ersten Rechten offen nahe und hat seine Medien auch zuvor systematisch in deren Dienst gestellt. Bei der zur Gruppe geh&#246;renden Sonntagszeitung <em>Le Journal du Dimanche</em> lie&#223; er den Chefredakteur durch einen rechten Journalisten ersetzen, woraufhin die Redaktion wochenlang streikte. Beim Verlag Fayard, ebenfalls Teil der Gruppe, erschienen nach seiner &#220;bernahme die B&#252;cher von Ex-Pr&#228;sident Nicolas Sarkozy und von Jordan Bardella, dem Vorsitzenden des Rassemblement National (RN).</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Sommer 2024 machten seine Sender bis zum Schluss Wahlkampf f&#252;r eben diesen RN. Au&#223;erdem unterst&#252;tzte Bollor&#233; den noch weiter rechts stehenden &#201;ric Zemmour, dessen B&#252;cher anschlie&#223;end ebenfalls bei Fayard erschienen. Den Rauswurf Noras begr&#252;ndete Bollor&#233; mit einem Streit &#252;ber das Erscheinungsdatum eines Buches und mit Noras angeblich zu hohem Gehalt. Doch kaum jemand in Frankreich scheint ihm das zu glauben. Zu offensichtlich f&#252;gt sich der Rauswurf in das bisherige Agieren Bollor&#233;s ein.</p><p>Was in Frankreich auf dem Spiel steht, hat der Grasset-Autor Olivier Guez <a href="https://www.nytimes.com/2026/05/06/opinion/french-publishing-grasset-olivier-nora.html">in der New York Times</a> benannt:</p><blockquote><p>&#8222;We are opening our eyes rather late in France to the efforts of the right to assume cultural control, to determine the words we consume, the discourse in which we partake. The message of authoritarians everywhere is the same: Whoever isn&#8217;t with me is against me, and whoever won&#8217;t follow me will get the boot. The boss is always right, so he steamrolls his way through and imposes his worldview. He exerts his power. He demands absolute loyalty from his subordinates.&#8220;</p></blockquote><p>Bollor&#233; verteidigt sich: Er wolle gar keinen politischen Einfluss nehmen, sondern einfach nur, dass das Business besser l&#228;uft.</p><h3><strong>Zwei Proteste, zwei Welten</strong></h3><p>Wir haben es also mit zwei Verlagen zu tun, die sich beide nach rechts &#246;ffnen. Beide Male scheint das auch mit den Zw&#228;ngen des Markts zu tun zu haben. Und doch unterscheiden sich die beiden F&#228;lle. In Frankreich greift ein Medienmogul durch, der bereits Fernsehsender, Zeitungen und Verlage kontrolliert und nun auch das letzte eigenst&#228;ndige Haus seiner Gruppe auf Linie bringt. Er bestimmt, wer es leitet, und &#252;bt so tats&#228;chlich Macht dar&#252;ber aus, was gedruckt und sichtbar gemacht wird. In Deutschland dagegen entscheidet ein kleiner, 2004 gegr&#252;ndeter Verlag in Eigenregie, nun auch rechte B&#252;cher zu drucken &#8211; und ist damit auch noch erfolgreich. Aber: Niemand zwingt ihn dazu, niemand kauft ihn auf.</p><p>Deshalb ist die Sto&#223;richtung letztlich eine andere: In Frankreich k&#228;mpfen die Autoren &#8211; staatstragende wie querdenkende Linke, Konservative wie Liberale &#8211; gegen einen rechten Eigent&#252;mer, der offenbar vorgeben will, was noch gesagt werden darf. Sie verteidigen den offenen Diskurs gegen einen, der ihn von oben verengt. In Deutschland steht die Sache fast spiegelverkehrt. Hier beruft sich der Verlag auf die Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs &#8211; aund es sind linke Autorinnen und Autoren, die eine Grenze ziehen und in der N&#228;he rechter Stimmen nicht mehr auftauchen wollen.</p><p>Das ist gut begr&#252;ndbar. Niemand muss sein Buch in einem Verlag ver&#246;ffentlichen, dessen Programm er politisch nicht mitragen m&#246;chte. Aber die Bewegung ist doch eine andere: Dort verteidigen Autoren die offene Debatte gegen die Macht des Eigent&#252;mers, hier markieren Autorinnen und Autoren selbst die diskursiven Grenzen. Ob das viel ausrichtet, darf bezweifelt werden &#8211; jedenfalls dann, wenn der Markt das Verlegen rechter B&#252;cher offenbar goutiert. Das NIUS-Buch stand jedenfalls nach Erscheinen auf Platz eins der Bestsellerliste. Und dagegen kommt kein offener Brief an.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[NIUS-Bestseller: Woher kommt das Feindbild „Links“?]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | NIUS ver&#246;ffentlicht ein W&#246;rterbuch, in dem vermeintlich linke Begriffe &#252;bersetzt werden. Welches Bild wird hier von der Linken gezeichnet?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/nius-buch-links-deutsch-deutsch-links</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/nius-buch-links-deutsch-deutsch-links</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Thu, 14 May 2026 08:13:00 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/197645521/15f784b9d186e3bd2748d4d6fa25bcd6.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Linke in Deutschland gerade besonders m&#228;chtig w&#228;re, glaubt zwar kaum jemand. Das h&#228;lt die NIUS-Chefs Pauline Voss und Julian Reichelt jedoch nicht davon ab, ein weiteres Buch gegen die vermeintlich linke Hegemonie in diesem Land zu schreiben. Diesmal ist es ein W&#246;rterbuch, erschienen im Westend-Verlag, das das linke Vokabular &#8222;&#252;bersetzen&#8220; soll, dabei aber vor allem: verspottet.</p><p>In dieser Folge werfen wir einen Blick auf das Buch <em>Links &#8211; Deutsch / Deutsch &#8211; Links</em>, mit dem es die NIUS-Redaktion gleich auf den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste geworfen hat. Wir fragen uns, was f&#252;r eine Linke hier eigentlich beschrieben wird und woher dieses Feindbild eigentlich kommt. </p><p>Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. In der letzten Kaderschmiede haben wir uns ein anderes Buch aus dem NIUS-Kosmos angeschaut, das Buch <em>Bastardmoderne </em>von Jan A. Karon. In der Folge haben wir dar&#252;ber gesprochen, ob es sich dabei um den intellektuellen Unterbau des NIUS-Projekts handelt:</p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;c5cb7135-4287-48f8-8b29-f67bd73a31dd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Kulturpessimistische Verfallsdiagnosen geh&#246;ren eigentlich seit jeher zum Inventar der modernen Rechten. Mit B&#252;chern wie &#8222;Shitb&#252;rgertum&#8220; von Ulf Poschardt oder, etwas weiter zur&#252;ck, mit &#8222;Finis Germania&#8220; haben sie auch in den letzten Jahren enorme Erfolge gefeiert. Jetzt taucht ein Autor aus dem NIUS-Kosmos auf, der das gleiche Genre bedient &#8211; dabei allerdings mit einer explizit postliberal-antikapitalistischen Agenda.&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Der intellektuelle Unterbau von NIUS | Jan A. Karon: &#8222;Bastardmoderne&#8220; (Kaderschmiede)&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:2651099,&quot;name&quot;:&quot;Nils Schniederjann&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!MiNx!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F2fee6b98-5740-402f-b84a-6e6f6193073c_1178x1179.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:100},{&quot;id&quot;:111371079,&quot;name&quot;:&quot;Sebastian Friedrich&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Freier Journalist und Autor (u.a. NDR, Panorama, Der Freitag) Podcast + Newsletter &#8222;&#220;ber Rechts&#8220;&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XfPS!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ffed732ec-af3d-4bdd-8130-e358d6d187d6_400x400.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:100}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-09T06:53:31.436Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BJ_C!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6483382e-9067-42c2-906d-d00bcf407b98_4200x2116.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/p/nius-jan-karon-bastardmoderne-rezension&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:196981056,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:11,&quot;comment_count&quot;:2,&quot;publication_id&quot;:4369993,&quot;publication_name&quot;:&quot;&#220;ber Rechts&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mEqs!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8364cf34-6b02-45d4-a5fc-39e0594aa1fc_1000x1000.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p>Da wir den Podcast und Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. 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Juli dieses Jahres die Bundestagsdi&#228;ten um etwa 500 Euro pro Monat. Die Linken-Vorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner schlagen f&#252;r die Abgeordneten ihrer Partei die entgegengesetzte Richtung vor. Sie wollen die Bez&#252;ge der Bundestags- und Europaabgeordneten der Linken auf das Niveau des aktuellen Durchschnittslohns von 5.370 Euro brutto im Monat deckeln, <a href="https://www.die-linke.de/partei/parteidemokratie/parteivorstand/parteivorstand-2024-2026/detail-beschluesse-pv/news/diaetenbegrenzung/">wie in einem aktuellen Beschluss des Parteivorstands zu lesen ist</a>. Alles, was dar&#252;ber hinausgeht, soll einem Sozialfonds zugutekommen.</p><p>Damit sorgen van Aken und Schwerdtner auch in der eigenen Partei f&#252;r Kritik. Der Gehaltsdeckel, so der Einwand, w&#252;rde die parlamentarische Unabh&#228;ngigkeit besch&#228;digen und sei in dieser H&#246;he wom&#246;glich rechtlich problematisch. <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/1174806/WD-3-029-26.pdf">Ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags</a>, das der Linken-Abgeordnete Michael Moses Arndt in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Schluss, dass eine Deckelung grunds&#228;tzlich m&#246;glich sein d&#252;rfte. Problematisch sei aber die konkrete H&#246;he des vorgeschlagenen Modells: Wenn Abgeordneten durch die Deckelung weniger als die H&#228;lfte ihrer gesetzlichen Entsch&#228;digung verbleibt, k&#246;nnte ihre vom Grundgesetz gesch&#252;tzte angemessene und unabh&#228;ngigkeitssichernde Alimentation verletzt sein.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Eine Deckelung auf 2.850 Euro netto &#8211; eine Summe, die eine Zeit lang kursierte &#8211; d&#252;rfte deshalb in der vorgeschlagenen Form unzul&#228;ssig sein. Die vom Parteivorstand beschlossene Bruttosumme liegt zwar deutlich h&#246;her, ob sie die von den Wissenschaftlichen Diensten diskutierte 50-Prozent-Schwelle tats&#228;chlich nimmt, m&#252;sste aber gesondert gepr&#252;ft werden. Doch unabh&#228;ngig von der Frage, ob und in welcher H&#246;he eine Deckelung m&#246;glich ist: W&#228;re es denn &#252;berhaupt sinnvoll? Man kann die Forderung nach einem Gehaltsdeckel als reine Symbolpolitik abtun, aber das w&#252;rde zu kurz greifen.</p><h3><strong>Auch Symbolpolitik ist Politik</strong></h3><p>Wer von Symbolpolitik spricht, w&#228;hnt sich meist auf der Seite der politischen Vernunft. &#220;bersehen wird dabei allerdings, dass auch Symbolpolitik wirksam sein kann. Vor allem dann, wenn immer mehr Menschen das Gef&#252;hl haben, dass Politiker immer weniger das Wohl der Gesellschaft, daf&#252;r aber umso mehr ihr eigenes im Blick haben. So entsteht eine Repr&#228;sentationskrise &#8211; und die ist zwar nicht nur, aber auch eine Krise der politischen Symbolik. Die Menschen sind dabei nicht einfach unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Das auch, aber das Vertrauen in Parteien, Parlamente und politische Repr&#228;sentanten insgesamt bewegt sich seit Jahren auf einem niedrigen Niveau.</p><p>Vor allem die AfD versucht seit ihrer Gr&#252;ndung von dieser Repr&#228;sentationskrise der parlamentarischen Demokratie zu profitieren. Sie erkl&#228;rt die anderen Parteien zu &#8222;Altparteien&#8220; und s&#228;t Misstrauen gegen&#252;ber dem politischen Betrieb. Skandale um Maskendeals, Nebeneink&#252;nfte, Lobbyismus und der Vorwurf einer abgehobenen Blase in Berlin-Mitte, in der Abgeordnete nur noch unter sich, mit Journalisten und Lobbyisten verkehren, bilden seit Jahren eine optimale Grundlage f&#252;r die AfD, um Ressentiments gegen die Repr&#228;sentanten der parlamentarischen Demokratie zu bewirtschaften.</p><h3><strong>Rechte und linke Elitenkritik</strong></h3><p>Die AfD bespielt nahezu perfekt den rechtspopulistischen Dualismus zwischen den kleinen ehrlichen Leuten unten und den korrupten Politikern oben, die sich angeblich nur die Taschen vollstopfen. Diese moralisierende Kritik an den M&#228;chtigen ist nicht v&#246;llig aus der Luft gegriffen. Sie verbleibt aber auf der Ebene der Charakterkritik, statt die Ursachen von Armut und Reichtum, von Ausbeutung und Bereicherung, von grundlegend widerstreitenden Interessen zu thematisieren. Nicht das Verh&#228;ltnis von Kapital und Arbeit, nicht Eigentum und auch nicht die staatliche Absicherung der Wirtschaftsordnung werden sichtbar, wenn der Lichtkegel auf vermeintlich oder tats&#228;chlich gieriges, verr&#228;terisches, abgehobenes Verhalten von Politikern f&#228;llt. Die rechte Elitenkritik richtet sich nicht gegen Herrschaft und Klassenmacht als solche, sondern zielt darauf, die real existierende Elite durch eine eigene zu ersetzen.</p><p>Eine linke Elitenkritik kann Abgehobenheit aufgreifen und in einem linkspopulistischen Sinne auch Selbstbedienungsmentalit&#228;ten von Politikern anprangern. Sie sollte aber nicht dabei stehen bleiben, sondern die materiellen und institutionellen Ursachen der Entkopplung von Politikern und Bev&#246;lkerung analysieren: das Berufspolitikertum, das Ungleichgewicht des Lobbyismus, die Fallstricke einer rein institutionell-parlamentarischen Aushandlung &#8211; und nicht zuletzt Interessenverschiebungen durch ver&#228;nderte soziale Lagen.</p><h3><strong>Warum ein Gehaltsdeckel mehr als Symbolpolitik ist</strong></h3><p>Vor allem der letztgenannte Punkt zeigt, dass es bei dem Gehaltsdeckel nicht nur um Symbolpolitik geht. Er kann auch ein Mittel sein, politische Repr&#228;sentanten materiell an die Interessen der breiten Mehrheit zu binden. Darauf hat vor einiger Zeit <a href="https://jacobin.de/artikel/gehaltsbegrenzung-gehaltsdeckel-durchschnittslohn-die-linke">Thomas Zimmermann bei </a><em><a href="https://jacobin.de/artikel/gehaltsbegrenzung-gehaltsdeckel-durchschnittslohn-die-linke">Jacobin</a></em> aufmerksam gemacht.</p><blockquote><p>&#8222;F&#252;r eine demokratische Gesellschaft w&#228;re es durchaus sinnvoll, die Di&#228;ten gew&#228;hlter Vertreter an den Durchschnittslohn zu binden. Denn dann h&#228;tten sie einen viel st&#228;rkeren Anreiz, eine Politik zu machen, die die L&#246;hne in der Breite steigert. Und auch was die Preise von Lebensmitteln, Energie oder Wohnraum angeht, st&#228;nden sie den Interessen der arbeitenden Mehrheit deutlich n&#228;her. Einen solchen Wandel k&#246;nnte am ehesten eine Partei bewirken, die bereits unter Beweis gestellt hat, dass man mit weniger Geld genauso gut &#8211; oder sogar besser &#8211; Politik machen kann, und die es versteht, die Frage hoher Di&#228;ten zu einer politischen Hypothek f&#252;r das Establishment zu machen.&#8220;</p></blockquote><p>Mit einem Gehaltsdeckel k&#246;nnte die Linke zeigen, dass sie nicht nur abstrakt &#252;ber soziale Spaltung spricht, sondern auch f&#252;r sich selbst Konsequenzen daraus zieht. Sie k&#246;nnte ihre Kritik an gesellschaftlicher Ungleichheit glaubw&#252;rdiger vertreten. Ein festgelegter Gehaltsdeckel greift direkt die AfD-Erz&#228;hlung an, wonach alle anderen Parteien, die Linke eingeschlossen, letztlich gleich seien: gleich in der Ablehnung der AfD, aber auch gleich in ihrer Abgehobenheit. Die Linke w&#252;rde deutlich machen, dass ihre Abgeordneten die Menschen nicht nur vertreten wollen, sondern sich auch materiell nicht vollst&#228;ndig von deren Lebensrealit&#228;t entfernen.</p><p>Hinzu kommt: Die &#252;bersch&#252;ssigen Bez&#252;ge, die durch einen Deckel einbehalten w&#252;rden, k&#246;nnten an Bed&#252;rftige und zudem in lokale Initiativen flie&#223;en. Damit lie&#223;e sich die Basisverankerung der Partei in Stadtteilen, auf dem Land oder in Betrieben st&#228;rken. Der Gehaltsdeckel w&#228;re dann nicht nur eine Geste pers&#246;nlicher Bescheidenheit, sondern ein Instrument, parlamentarische Ressourcen in au&#223;erparlamentarische Verankerung zu &#252;bersetzen.</p><h3><strong>Besonders AfD-W&#228;hler sind f&#252;r einen Gehaltsdeckel</strong></h3><p>Die Linke w&#252;rde damit eine Unzufriedenheit aufgreifen, die nicht nur, aber besonders stark unter AfD-W&#228;hlern verbreitet ist. Darauf deutet zumindest eine Umfrage hin, die die Linke vor einigen Wochen selbst in Auftrag gegeben hat. Knapp 80 Prozent der AfD-W&#228;hler bewerten eine Deckelung der Abgeordnetenverg&#252;tung demnach &#8222;eindeutig positiv&#8220;:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!CiZ_!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png" width="728" height="364" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:false,&quot;imageSize&quot;:&quot;normal&quot;,&quot;height&quot;:728,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:728,&quot;bytes&quot;:112406,&quot;alt&quot;:&quot;S&#228;ulendiagramm zur Zustimmung zu einem Gehaltsdeckel f&#252;r Bundestagsabgeordnete nach Parteianh&#228;ngern (April 2026). Die Werte lauten: AfD 80%, Gr&#252;ne 78%, BSW 77%, Linke 76%, SPD 72%, FDP 68%, CDU 61%. Quelle: Civey-Umfrage, 13.&#8211;15. April 2026.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/i/197218601?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1ed3c4f-26a7-49f8-b1bc-6c1ce8361098_2000x1000.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:&quot;center&quot;,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="S&#228;ulendiagramm zur Zustimmung zu einem Gehaltsdeckel f&#252;r Bundestagsabgeordnete nach Parteianh&#228;ngern (April 2026). Die Werte lauten: AfD 80%, Gr&#252;ne 78%, BSW 77%, Linke 76%, SPD 72%, FDP 68%, CDU 61%. Quelle: Civey-Umfrage, 13.&#8211;15. 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Auch die Hoffnung, man k&#246;nne mit einer beschlossenen Gehaltsdeckelung massenhaft AfD-W&#228;hler zu W&#228;hlern der Linken machen, w&#228;re naiv. Dennoch w&#228;re es ein Ansatzpunkt, Unzufriedenheit im AfD-Milieu nicht einfach abzuwehren, sondern umzulenken: weg vom reinen Ressentiment, hin zu einer linken &#220;bersetzung dieses Unbehagens, die die Kritik an politischer Repr&#228;sentation mit der sozialen Frage verbindet. Die rechte Anti-Establishment-Erz&#228;hlung bek&#228;mpft man schlie&#223;lich nicht, indem man das bestehende System sch&#246;nredet oder indem Abgeordnete einen Lebensstandard verteidigen, der f&#252;r weite Teile der Bev&#246;lkerung unerreichbar ist. Man bek&#228;mpft die rechte Erz&#228;hlung eher, indem man ihr eine glaubw&#252;rdige eigene entgegensetzt.</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>